Am vergangenen Donnerstag bin ich also guter Dinge und im strahlenden Sonnenschein zum Flughafen aufgebrochen. Dummerweise kam der Flug dann doch ziemlich verspätet an und das Wetter schlug in der Zwischenzeit um. Die Sonne verschwand hinter großen Wolkenbändern und sollte auch erst Tage später mal wieder kurz hervorkommen. In der Zwischenzeit standen dann Regen, Schnee, Sturm und eine ziemlich bittere Kälte auf dem Plan. Alle meine Besucher scheinen schlechtes Wetter aus Europa mitzubringen ;o).
Naja, Willkommen in Neuengland!
Donnerstag
Da die Zeit sehr begrenzt war, konnten wir auf das Wetter eh keine Rücksicht nehmen. Wir sind dann also erst einmal ins Wohnheim zurück und haben die letzten Stunden des Tages auf dem Campus verbracht. Ein Rundgang im Schnelldurchlauf wurde von einem anschließendem Besuch der Dining Hall gekürt. Den Abend haben wir dann stilecht in einer Sportsbar mit Freunden verbracht. Dazu gab es dann noch den ein oder anderen Pitcher Miller Lite. Irgendwie muss man sich ja an die lokalen Gegebenheiten gewöhnen.
Freitag
Im strömenden Regen haben wir uns Boston Downtown angesehen und einige Stunden in diversen Shoppingtempeln verbracht. So konnten wir u.a. angemessene Bekleidung ergattern: Regen-Ponchos!
Den eigentlich geplanten Freedom-Trail mussten wir verschieben. Ich lasse einfach mal die Bilder für sich sprechen.
Samstag
8 Uhr: Freedom Trail #5! Diesmal nur die Kurzfassung..
1 Uhr: Klamottenkaufen!
Dass die USA ein echtes Wunderland für leidenschaftliche Shopper sind, ist ja bereits längst bekannt. Der Beweis, dass auch ein bekennender Shopping-Hasser den Outlet-Malls sehr viel Positives abgewinnen kann wurde dann am Samstag erbracht. Wir haben uns einen Mietwagen organisiert und sind zu viert (mit Betta und Roy) nach Wrentham gefahren. Wer noch nie davon gehört hat, der stelle sich einfach eine große Ansammlung von Markenläden (~140) mit unfassbaren Rabatten, einem Food Court und einem gigantischen Parkplatz vor. That's it.
Die Episode mit dem Mietwagen ist auch so eine Sache. Nachdem ich die Reservierung schon einige Tage zuvor online und mit einem Coupon getätigt hatte, sind wir froher Dinge bei Hertz aufgekreuzt. Der Coupon ist insofern wichtig, als dass dieser 6-stellige Nummerncode die Mietgebühren etwa um die Hälfte reduzieren würde. Als U25-Autofahrer zahlt man bei den Mietwagenfirmen horrende Aufschläge, die Busfahren plötzlich verdammt einladend aussehen lassen. Aber wie gesagt - ich hatte den Coupon gefunden und daher blieb uns der mehrstündige Ritt im Nahverkehr erspart.
Dachten wir.
Am Gelände angekommen, konnten meine Reservierung aus unerfindlichen Gründen nicht aufgerufen werden, so dass wir kurzfristig die "Walk-up-rate" zahlen und statt einem Compact-Car mit einem Fullsized-Car Vorlieb nehmen mussten. Kurz gesagt: Ich saß plötzlich am Steuer der größten Karre, die ich jemals fahren werde - fühlt sich definitiv anders an als ein Ford Fiesta. Als es dann beim Anfahren auch noch seltsame piepende Geräusche von sich gab, wurde es etwas unheimlich. In letzter Instanz stellte sich nach mehrminütiger Untersuchung heraus, dass die Handbremse mit dem Fuß zu betätigen ist und leicht klemmte. Nach einem kräftigen Tritt gab das Auto jedenfalls Ruhe und fuhr los. Nach Wrentham und ins Vergnügen!
Die ungebremste Shoppinglust hätte dort fast noch zu Problemen geführt; zwar war der Kofferraum des Mietwagens (Chevy Impala) immens groß - nicht so jedoch die Reisetasche meines Besuchers. Man muss schon Logistik studieren, oder darf zumindest in Tetris nicht ganz unbedarft sein um alles in eine mittelgroße Reisetasche hineingepackt, -gerollt und -gestopft zu bekommen.
Auf den Abend haben wir uns dann mit ein paar Amerikanern, einem Schweden und Betta einige Biere genehmigt und den erfolgreichen (und langen!) Tag ausklingen lassen.
Sonntag
Stichwort Wetterkapriolen. Kaum aufgewacht gellte auch schon ein Schrei durch die sechste Etage von Danielsen Hall.
Aus dem Regen und Wind der Vortage hatte sich mir nichts dir nichts ein solider Schneefall entwickelt. Übrigens: Als Autofahrer merkt man davon kaum etwas, da die Streufahrzeuge auf den Straßen im Minutentakt patroullieren und Unmengen(!!) an Salz verteilen.
Letzteres hat uns dann noch einen großen Dienst erwiesen, denn am Sonntag ging es 60 Meilen nach Süden. Das Ziel lautete Providence - und wer jetzt glaubt, wir hatten nichts Arges im Sinn der irrt. An genau diesem Wochenende war dort nämlich die
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| weltberühmte Gartenbaumesse !! |
MONSTER TRUCKS!!
Für zwei Stunden gab es große Trucks, viel Blech und Freestyle Motocross zu sehen.
Da mir einfach die Worte fehlen um das Spektakel zu beschreiben, verweise ich wieder auf Bilder und einige Videos die entstanden sind. Der Lärm war absolut ohrenbetäubend.
Der Gewinner hieß am Ende: Grave Digger
Zu unserer Schande muss ich auch noch erwähnen, dass wir so ziemlich die ältesten Zuschauer waren. Naja, zumindest die Ältesten die nicht mit dem eigenen Nachwuchs dort aufgekreuzt sind. Von der Zielgruppe her würde ich auf "3-11" Jahre tippen. Aber gut: So lange ist das bei uns auch nicht her. Wir hatten jedenfalls höllisch Spaß!
Kaum wieder am späten Nachmittag in Boston zurück, haben wir uns das Kontrastprogramm gegeben. Eine Freundin spielt im Orchester der BU und wir sind über Umwege zu diesem Konzert gelangt. Zur Darbietung an sich kann ich absolut nichts sagen - da fehlt mir das Vokabular und die Erfahrung. Die Stimmung war jedoch gut und Langeweile kam auch nicht auf. In meinen Augen ein voller Erfolg. Im Anschluß ging es dann (mal wieder) in die nächste Bar zum Socializing. Diesmal mit Beteiligung aus Deutschland, Schweden, Vietnam und Japan.
Montag
Als Student darf man sich auch natürlich Cambridge, mit den beiden Weltklasseuniversitäten Harvard und MIT nicht entgehen lassen. Mit diversem Kartenmaterial und Informationsbroschüren bewaffnet, haben wir uns kurzerhand unter die Studentenscharf gemischt. Dabei haben wir mehr als einmal auf dem Campus herzlich lachen müssen:
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| am Fenster eines Wohnheims gefunden. Göttlich!! |
Ich kam dabei nicht um den Eindruck herum, dass das MIT zwar im weitesten Sinne "modern" ist, aber wie so vieles in den Staaten zu den Glanzzeiten entstanden ist und seitdem ein eher absteigendes Dasein fristet. Versteht mich nicht falsch, der Campus ist schick und für ein Weltklasseuni auch ziemlich stilvoll, aber der Lack ist halt ab. ;o)
| prompt ein Gegenbeweis: Zeigt mir mal an der TUD ein Hörsaal, der hier mithalten kann |
Dienstag
Von den Ereignissen der Vortage völlig erschlagen haben wir uns am Montag nur noch fußläufig die nähere Stadt angesehen. Da sich die Sonne ausnahmsweise gezeigt hat, haben wir die Gelegenheit gleich genutzt und die letzten Stunden mit "coffee to go" zwischen dem Stadtpark, Niketown und auf der angesagtesten Meile der Stadt verbracht.
Wie ich finde, ein würdiger Abschluss für ein atemberaubendes Wochenende mit einem sehr pflegeleichtem Gast, wovon sich als nächstes Paul einen Eindruck verschaffen kann! :o)
Die Beiden sollten jetzt irgendwo zwischen Raleigh und Atlanta unterwegs sein. Die dazugehörige Berichterstattung gibt es dann hoffentlich bald auf http://paul-in-raleigh.blogspot.com/
Vielen Dank an Roland, dass er mir die Bilder zur Verfügung gestellt hat!
| Kristian, hier noch einmal in seiner natürlichen Umgebung erwischt. |



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