Donnerstag, 23. Dezember 2010

Wrap it up. Part 2: Abschied, Reisechaos und Stigmata

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und langsam aber sicher wird es auch Zeit, den ersten Teil dieses Blogs abzuschließen. Die erste Hälfte meines Auslandsaufenthaltes an der Boston University ist nämlich auch schon vorüber. Kaum zu glauben. Bevor ich allerdings Gefahr laufe, ins Sentimentale abzudriften möchte ich euch noch kurz meine Erfahrungen und Eindrücke vom „Winter“ der letzten Tage schildern.

Abschied

Fangen wir mit der Abschiedsparty an. In den Kavernen meines Wohnheims gibt’s eine geräumige Küche, einen Fernseher und gemütliche Sitzecken. Nichts lag näher als die komplette Truppe einzuladen und den Abend bei „Secret Santa“, Pizza, Fingerfood und (ja, es war ein Wohnheim) alkoholfreien Getränken zu verbringen. 

at least try to look authentic, guys!
Die Afterparty gab es dann direkt über die Straße, im Crossroads Pub. Radeberger, Tequilashots und tränenreiche Abschiede inklusive.

Heimreise:  Vom ersten Schnee und Flüchtlingslagern

Meine Odyssee begann am Montag in Boston. Der erste Schneefall setzte am Vormittag ein und tauchte die ganze Stadt in winterliche Farben. So richtig genießen konnte ich das leider nicht mehr, da schon in den Tagen zuvor immer wieder das Thema Verkehrschaos in Europa durch die Medien lief und mein gebuchter Flug unausweichlich durch „LHR“ führen sollte. Aber gut – nicht zu ändern: Ab und mitten ins Getümmel.

1. Boston-Logan
 
Der Spaß begann direkt nach dem Boarding. Leider hatte die Bodencrew vergessen, das Abwasser abzupumpen. Also saßen wir für eine halbe Stunde in der Maschine fest und sind im Anschluss erst einmal noch gute 15 Minuten kreuz und quer über die Taxiways chauffiert worden. 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir das Terminal mehr als zweimal passiert haben. Ob der Pilot ein „waschechter Ire“ war die Orientierungsprobleme doch auf den aufkommenden Schneesturm zurückzuführen waren, konnte ich nicht mehr ergründen. 

Die nächste Station war dann Philadelphia. 2 Stunden unterwegs.
2. Philadelphia
 
Am Gate spielte sich ein kleines Drama ab. Eine Großfamilie (2+6) mit Kindern im Alter von ca. 2-8 hat fidel ihr gesamtes Umfeld unterhalten. Ungeschickterweise ist der Mama beim Spielen mit ihren Engeln entgangen, dass plötzlich eine ihrer Töchter verschwand und - sich vom Entdeckergeist beseelt – auf den Weg machte, das Terminal zu erkunden. 
Wenige Minuten später kam ein Sicherheitsbeamter in seinem kleinen Gefährt angebraust und beförderte die Kleine auf der Ladefläche. Dann war erst recht die Hölle los und die Eltern durften sich eine moralische Standpauke anhören, wie verantwortungslos und unbedacht sie seien. Damit aber noch nicht genug: Aufgrund irgendwelcher Statuten wurden dann noch die Personalien aufgenommen und die Beiden wurden davon in Kenntnis gesetzt, dass sie eine Anzeige wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflicht zu erwarten hätten. 

Die anderen Reisenden durften die Suppe dann ausbaden, weil die Eltern ihre kleinen Dämonen jetzt sofort zurückpfiffen, sobald sie sich mehr als ein paar Meter entfernt hatten. Ich war froh, Laptop und Kopfhörer dabei zu haben. 

Was den Flug angeht, verlief alles reibungslos und überpünktlich. Verhaltene Hoffnung machte sich bei mir breit.
Sollte es etwa doch alles funktionieren!? 12 Stunden unterwegs.
3. London, Tag 1

Der Spaß begann als mir der freundliche Beamte im Transferbereich eröffnete, dass ich zunächst aus dem Sicherheitsbereich heraus muss und mir ein neues Ticket für den Weiterflug nach Dresden zu organisieren. 
Im Flughafenbereich waren allerdings überall Barrieren aufgestellt und der komplette Check-In Bereich war abgezäunt und von Sicherheitskräften bewacht. Alle hielten handschriftliche oder gedruckte Listen in der Hand. Auf Auskunft hin hieß es dann, dass mein Weiterflug nach Dresden leider ersatzlos gestrichen worden sei. Seufz. Telefonisch habe ich von der Airline die Information erhalten, dass der nächste Flug nach Dresden „nicht vor dem 24. Verfügbar sei“. Zum Glück konnte ich noch auf einen früheren Flug umbuchen, wenn auch nach Berlin. 15 Stunden unterwegs.
Im Flughafengebäude selbst saßen und lagen überall Reisende auf ihren Koffern und schlugen die Zeit tot. Manche mit Laptop, manche mit Zeitungen und Andere starrten einfach nur ins Leere.


Auf Empfehlung der Sicherheitskräfte habe ich mich dann aus dem abgesperrten Terminal heraus begeben und bin dem allgemeinen Strom zu zwei großen Zelten gefolgt. Ohne Mist – es ging zu wie im Flüchtlingslager:
  • Zelte, aufgebaut auf einem abgesperrten Stück Straße
  • Kinder schreien, vereinzelte Reisende weinen
  • Es werden Suppe, Heißgetränke und Süßigkeiten verteilt
  • Menschen mit Sicherheitswesten und Flüstertüten wiederholen Kommandos und Updates „[…] 3.15: Flight LH 3347 cancelled. 3.20: flight BD847 cancelled. […]“
  • Mobile Latrinen säumen die nähere Umgebung

Das war zu viel für mich. Erst einmal ein paar britische Pfund organisiert und mich bis zu einem Lufthansa-Angestellten durchgefragt. Der hat mir dann einen interessanten Flyer in die Hand gedrückt: Scheinbar ist die EU mal wieder aktiv geworden. 
Insbesondere „EU 261“ ist interessant: Die Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, gestrandeten Passagieren Unterkunft, Spesen und zwei Anrufe (^^) pro Tag zu erstatten. Muss ich mehr sagen? Die Nacht habe ich im „Graham Court“ verbracht – mitten in der Londoner Innenstadt; das Zimmer für 195 britische Pfund, exklusive Wi-Fi. Es sollte aber noch kurioser werden. 18 Stunden unterwegs.

Zwar saß ich kurz vor dem Ziel in London fest, aber wenigstens konnte ich schon einmal dem Jetlag gegenwirken. Vor der Nachtruhe habe ich noch an der Rezeption Bescheid gegeben, dass ich doch bitte am Morgen „gegen Neun“ geweckt werden möchte. Jetzt sollte man vermuten, dass bei 250 € / Nacht diese elementare Leistung funktionieren würde. 

4. London, Tag 2

Wie auch immer, am nächsten Tag bin ich erst am Mittag wachgeworden als mich die Rezeption telefonisch daran erinnerte dass die Check-Out Zeit von 11 Uhr schon vorüber sei und mir jetzt eine zusätzliche Gebühr berechnet werden würde. Übersetzt:
  • "Es ist jetzt 11.15 Uhr. Wann gedenken sie, auszuchecken?
    • "Moment – Ich wollte doch halb Neun geweckt werden. Was ist passiert?“ 
  • “Ja. Laut dem System wollten sie gestern um 08.30 Uhr geweckt werden.”
    • "Wie bitte? Ich bin gestern Abend angereist.“ 
  • "Oh, da liegt wohl ein Fehler im System vor.“
    • „…“
Nach kurzer Diskussion am Tresen bekam ich eine Entschuldigung, ein üppiges Frühstück und von der Gebühr war dann auch keine Rede mehr. Wenigstens etwas. 30 Stunden unterwegs.

Den Tag habe ich dann noch am Flughafen zugebracht und auf meinen Flug nach Berlin-Tegel gewartet. Ich war glücklich dass der Flug nicht noch in letzter Minute (wie so viele Andere) gecancelt wurde. Da hat mir dann auch die Stunde Wartezeit auf dem Rollfeld nichts mehr ausgemacht.

 5. Berlin-Tegel


Mein Gepäck ist weg. 

Es war einfach nicht an Bord der Maschine. Unnötig zu erwähnen, dass alle Weihnachtsgeschenke darin waren. Der Fluch von Heathrow? Naja – laut Auskunft der Lufthansa-Angestellten kommt es „noch in diesem Jahr, wenn auch nach den Feiertagen“. Auch egal jetzt. 40 Stunden unterwegs. 

Nach 4 weiteren Stunden Autofahrt war ich dann endlich zuhause: 23. Dezember, halb Fünf morgens. Lessons Learned: Flieg niemals mit US Airways, behalte dein Gepäck immer bei dir und - am Wichtigsten  - kenne deine von der EU garantierten Rechte als Fluggast!

Stigma Austauschstudent

Mehrfach angekündigt, möchte ich noch kurz meine Eindrücke aus dem vergangenen Semester zusammenfassen: Von amerikanischer Mentalität, exzessiver Teamarbeit und dem Leben als Austauschstudent. 

Ihr habt es sicherlich schon gehört oder am eigenen Leib erfahren: Um sich für ein Austauschprogramm zu qualifizieren, muss man Topleistungen bringen. Lückenloser Lebenslauf, Überzeugungskraft, Charakterstärke, super Noten und samtweiche Motivationsschreiben gehören da zum Minimalanspruch. Es entsteht der Eindruck, dass das Studium im Ausland wirklich extrem anspruchsvoll sein muss, wenn SOLCHE Anforderungen gestellt werden. 

Umso befremdlicher kam ich mir dann vor, als man mich in meinen gewählten Kursen in Teams von 18 bis 20-jährigen Kiddies gesteckt hat, die gerade ihre ersten Erfahrungen an der Universität, mit Gruppenarbeit und wissenschaftlichem Arbeiten sammeln. So eine echte Methodik oder planvolles Arbeiten habe ich schmerzlich vermisst. Noch schlimmer wurde es, als ich versucht habe, die Fäden etwas in die Hand zu nehmen und uns zu organisieren. Das Schema war in etwa das Folgende:
  • For i = 1 to INF
    • Wir diskutieren über den letzten Abend und den neuesten Tratsch
    • Jemand bemerkt, dass die Zeit für das Projekt langsam eng wird
    • Alle stimmen sofort darin überein, dass wir produktiver sein müssen
    • Ich räuspere mich und stammele mir einen Vorschlag zurecht
    • Alle stimmen sofort zu und senken den Blick auf ihren Laptop-Bildschirm
    • Wir stürzen uns auf das nächste greifbare Detail des Problems und fangen an, wild zu diskutieren
    • Einer liest die Aufgabenstellung laut vor, während zwei andere die Updates ihrer Freunde auf Facebook checken. Nummer 4 liest derweil Mails von Nummer 5, der „lustige“ Youtube-Videos („THE NEXT BIG THING!!“) publiziert
  • Next i
Es rann nur so durch die Finger. Mir entstand so ein wenig der Eindruck, dass mir eh niemand zuhört und nur aus reiner Nettigkeit meine Vorschläge angehört und aufgenommen wurden. Einen Effekt auf die weitere Gruppenarbeit gab es jedenfalls nicht. Nach ein paar Ereignissen dieser Art war es mir dann auch schlicht egal und ich habe mich treiben lassen („Nummer 6 schreibt an seinem Blog“).  Hey, immerhin brauche ich die Noten nicht. Das Thema der Gruppenarbeit war übrigens „Motivation“. Ironie? ;-)

Die Resultate der Projektarbeit waren meines Erachtens zwar mittelmäßig, aber im Rahmen der allgemeinen Notengebung in meinen Kursen gab es dafür dann Spitzennoten.

Während das auf der einen Seite heißt, dass man fachlich nicht besonders ernst genommen wird (schlecht), wird einem auf der anderen Seite auch ein noch so schlechter Witz oder jede beliebige missratene Äußerung ohne das geringste Stirnrunzeln verziehen (gut). Das trat wiederholt auf, auch ggf. beim Fechten oder in anderen Sportkursen. „Oh, you’re European?“. Man lebt außerhalb der Norm. Man trägt einen unsichtbaren Stempel auf der Stirn mit „Austauschstudent - Ich kann nichts dafür.“

Vielleicht regt es den Ein oder Anderen zum Nachdenken an; das nächste Seminar kommt bestimmt.

Und jetzt..?

Deutschland – Du hast mich wieder. 

Bis Mitte Januar werde ich mich wieder in bekannten Gefilden umhertreiben. Am 8. Januar bekomme ich Besuch aus Italien - aber in den Wochen bis dahin ließe sich noch etwas machen. Ich würde mich freuen, die treue Leserschaft gern wieder mal ‚in persona‘ zu treffen. 
Da ihr über meine Erlebnisse ja schon bestens im Bilde seid, können wir einfach ein Bier trinken gehen und ihr berichtet mir, was denn in der Zwischenzeit so bei EUCH passiert ist. Mein Handy ist reaktiviert :o).

Frohe Feiertage Euch allen!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

New York Reloaded

Entgegen meiner letzten Ankündigung sehe ich mich leider gezwungen, New York (und den Bildern) ein eigenes Posting zu widmen. Aber keine Sorge - weiterlesen lohnt sich! 

Happy Holidays

Am vergangenen Samstag stand erstmal noch die BU Fencing Club Holiday Party auf dem Programm. Ich konnte mir das natürlich nicht entgehen lassen und bin also mit Sack und Pack dort aufgekreuzt, um dann im Anschluss zum 02:00 Uhr Bus nach NY zu eilen. Die Party begann zunächst ungewohnt zivilisiert: WII, 'kultivierte Gespräche' und Snacks. Ich habe mich mit einem Messer bewaffnet und diverses Gemüse bearbeitet.


Kurze Zeit später haben wir dann festgestellt, dass das nicht alles sein kann. Also flugs die im Semester verbliebenen "Dining Points" (so eine Art Prepaid-Guthaben für Dining Halls und andere Eateries auf und um den Campus) in Pizza investiert und eine Sammelbestellung aufgegeben. Parallel dazu kam dann auch der Einkaufstrupp mit Rum, Vodka und Eggnog (Eierpunsch) zurück. Glaubt mir - diese Kombination ist auf Dauer nicht gesund.

Aus irgendeinem Grund bringen einige Leute immer ihre Kameras mit auf diese Partys, so dass mehr oder weniger gestellte Squad-Fotos entstehen. Hier das Jugendfreie:

Team Sabre (Rider?)
Mit der Zeit stieg auch der Pegel und das ein oder andere "Missgeschick" ist passiert. Leider war niemand so geistesgegenwärtig, Bilder zum folgenden Zitat zu machen. Es sei noch angemerkt, dass es von einer Grad-Studentin ist, zwei Minuten nachdem sie auf die Party kam und von einem "Freshmen" begrüßt wurde ^^. 

"baaaaaaaaaah duuude, you puked on my arm!!"

Los gehts!

Ich habe es dann später gerade noch rechtzeitig nach Chinatown geschafft, Elisabetta an der Busstation aufgesammelt und dann ging es auch schon ab gen New York. Kaum waren wir aus Boston heraus, fing es  heftigst zu Regnen an und ob der niedrigen Temperaturen und der eindrucksvollen Unfallstatistik der Fung-Wah-Buslinie konnte ich auf der Fahrt kaum ein Auge zu machen. Genau das Richtige nach einem Gelage - Ausnüchterung aus Überlebensinstinkt.
 In New York (lebend) angekommen, wollten wir den Sonntag eigentlich mit einem Sonnenaufgang im Central Park beginnen. Leider fiel das genauso ins Wasser, wie die Überlegung, Brooklyn zu Fuß zu erkunden. Es sollte die Einstimmung auf einen ganzen Tag werden, denn der Regen wurde eher heftiger als besser.

Frühstück in einer Bäckerei in Chinatown: Kermit meets Hello Kitty!
widerliches Wetter, Sonntags 07:30
Nach wenigen Minuten schon völlig durchnässt haben wir Zuflucht gesucht und sind durch Zufall im "Trump Tower" gelandet. Ziemlich eindrucksvoll und anschaulichst geschmückt. Weihnachtsstimmung?


Nach dem ersten Kaffee des Tages stieg die Stimmung schon deutlich an und wir sind im Regen zum Rockefeller Center marschiert. Das ist bekannt für seine Einkaufspassagen, die Eislaufbahn im Vorgarten und die Weihnachtsdeko.

Direkt daneben haben wir dann noch Kindheitserinnerungen aufgefrischt.



das Rockefeller-Center mit Eislaufbahn .. "in klein"
Ob des schlechten Wetters haben wir uns dagegen entschieden, die Tour auf die Spitze des Centers zu machen und sind stattdessen vor dem wieder heftiger werdenden Regen ins 'macy's' geflüchtet - ein ziemlich bekanntes Einkaufscenter. Ich würde mal sagen, Karstadt^4. Mindestens.
Wer hier noch findet was er sucht, ist selber schuld.
Auch wenn dort eine ganze Menge Ramsch feilgeboten wird, befindet sich doch die ein oder andere Perle darunter:
OMG, es gibt ihn wirklich!!
Insgesamt ist macy's aber auch eher für seine festlichen Dekorationen - gerade zur Weihnachtszeit - bekannt. In dieser Hinsicht wurden meine Erwartungen ziemlich gut getroffen.

und JA, es war überall so voll!
Als wir endlich den Ausgang wieder gefunden hatten, brach die Dunkelheit auch schon herein. Die ideale Gelegenheit um noch einmal den Times Square unsicher zu machen und ein paar Dinge zu erledigen, für die beim letzten Besuch keine Zeit mehr war.

Kaufe ein Duff!
Achja - und dann war ja da noch der "M&M" - WorldStore
Mach' den Douchebag!
Finde die Tasse, die dich am Besten beschreibt!
Mach-ein-Bild-von-einer-Italienerin-vor-Millionen-von-M-&-M-S
Wenig später haben wir dann noch die nähere Umgebung unsicher gemacht.. Kategorie "Schlechte Witze zu später Stunde"
Mach' Witze über Weihnachten in Kanada
Sit down and .. WOOT?
Okay, zu DEM Gesicht fällt mir nichts ein ;-D
Nach unserem letzten Abenteuer in der Unterkunft in Harlem (siehe Posting vom Oktober) hatten wir uns diesmal etwas näher in Richtung Downtown einquartiert. Gut gelegen, günstig und schmuddelig - die Zimmer inklusive Fallen für Insekten und Käfer. Naja, wenigstens machen sie sich Gedanken.

Montag haben wir uns dann (trockenen Fußes) nach Brooklyn aufgemacht. Größtenteils Wohnviertel hat man an den Straßen weitestgehend ein ähnliches Bild. Wer Sex&theCity nicht kennt:
.. sieht hier, was ich meine.
Dank des Schlafentzuges mit Party von Samstag auf Sonntag und der kurzen Nacht auf der Upper Westside, waren wir dann ziemlich erledigt und haben uns weitgehend mit Laufen wachgehalten. Brooklyn ist sehr weitläufig und hat sehr einladende Parks, Cafés und Malls zu bieten. Kurzum: Der Tag war weg wie nix.

Kurz vor unserer Rückfahrt haben wir uns noch gegen den Wind auf die Brooklyn Bridge gekämpft: Manhattan bei Nacht!

 Und dann war es soweit: der erste Schnee fiel! Also gab es noch eine heiße Schokolade und JETZT kann Weihnachten kommen. Das Fazit für den Trip ist indes eindeutig:

Montag, 13. Dezember 2010

Wrap it up, Part 1

Seit dem gestrigen Tag ist es also offiziell: Ich habe mein erstes Vorlesungssemester an der Boston University abgeschlossen. Das heißt, keine Teammeetings, keine Präsentationen und keine dreistündigen Vorlesungen, bzw. Youtube-Sessions mehr. Leider auch kein Bootcamp. Oder Fechten. =(
zufällige Momentaufnahme
da friert sogar der Charles River zu :o)
Also ist auch eine Zeit für einen kleinen Abschied gekommen. Zwar werde ich (zum Glück!!) auch das nächste Semester noch in Boston verbringen – allerdings wird dann der Großteil der Austauschstudenten nicht mehr am Start sein. Das ist insofern besonders schade, als dass über diese relativ kurze Zeit und der eigenartigen Umstände doch sehr gute Freundschaften entstanden sind. 

Mit einigem Wehmut begehen wir daher am nächsten Wochenende unser Farewell-Dinner und spielen „Secret Santa“. Wenn man schon Weihnachten in der Ferne feiert, kann man sich doch wenigstens an heimischen Sitten orientieren und ein bisschen Weihnachtsfreude verschenken. Auch wenn ich nicht all zu sehr ins Detail gehen will so sei doch gesagt, dass es abartig schwer ist eine passende Aufmerksamkeit für jemanden von einem anderen Kontinent und völlig fremden Kulturkreis zu besorgen, die auch gefällt.
Folglich zermartere ich mir darüber momentan viel mehr den Kopf als über die anstehenden Abschlussprüfungen. Nicht nur, dass ich die Noten aller Wahrscheinlichkeit nach eh nicht nach Dresden übertragen kann, nein – meine zwei verbleibenden Abschlussprüfungen machen jeweils nur etwa 10% der Note aus. Ich werde mir die Zeit also mit wesentlich angenehmeren Dingen vertreiben als mit Lernerei.  Da wären:

 1.       Celtics vs. Nuggets

Nachdem ich ja schon das Vergnügen hatte, einem großartigen und spannenden Spiel beizuwohnen, ging es vergangene Woche abermals in den TD Garden, diesmal waren die Denver Nuggets zu Gast. Nach etwa 6 Minuten führte Boston mit 38-6 und blieb auch bis zum Ende des Spiels in Führung. Nett anzusehen war es aber dennoch, da diesmal auch Shaquille O’Neal auf dem Feld stand und seine herausragende Technik, extreme Grazie und nicht zuletzt auch 150 Kilogramm Lebendmasse verteilt auf 2.16 Meter ins Spielgeschehen einbrachte. Eine wahre Augenweide. ;-)

volle Bude: davon kann Dynamo nur träumen ;-)
Das Stadion war selbstverständlich ausverkauft und die Stimmung gewohnt gut. Insbesondere bei uns, da wir für nur 15$ an ein paar super Tickets herangekommen sind. Im Vergleich mit den üblichen Preisen ist das nahezu geschenkt.
Kleiner Wermutstropfen: ein paar betrunkene Celticsfans fingen im Block an, die mitgereisten Anhänger der Denver Nuggets aufs übelste (unter Berücksichtigung etwaiger Familienverhältnisse mütterlicherseits) zu beschimpfen und zu verspotten.
Jedoch brandete spontaner Applaus auf, als die Stadionpolizei die Bande abgeführt hat. 

und zurück blieb nur ihr Cocktail
2.       Köche aus aller Herren Länder

Auch wenn das Thema Kochen mit Studenten aus anderen Ländern für mich anfangs ein delikates Reizthema darstellte, haben sich die Wogen mittlerweile stark geglättet. Einen wesentlichen Beitrag haben daran PROMOS, sowie arabische, italienische oder auch deutsche Dinner. Letzteres erwähne ich hier in diesem Kreise nur, weil es Serviettenknödel (kannte ich bisher nicht) und brasilianisches Dessert (Brigadero – so eine Art selbstgemachtes Nutella) gab.
Aber auch Betta hat ihre Kochkünste eindrucksvoll unter Beweis gestellt:

pasta con crema di zucca e pistacchi
carciofi stufati con patate
crostata di ricotta e gocce di cioccolata
Gute Partie! *Schulterklopf*
Na gut – die Bilder sind „nicht unbedingt“ von diesem Abend. Leider waren wir zu sehr mit Essen beschäftigt als dass wir an die Fotos gedacht hätten. Jedoch war Google.it bei der Suche äußerst zuvorkommend. ;)

3.       New York reloaded

Zunächst einmal geht es noch einmal nach New York. Ich habe noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen und gerüchtehalber ist der Times Square (und Macey’s!!, und der Central Park!!, und und und..) zur Weihnachtszeit noch viel schöner. Ob das auch wirklich stimmt werde ich euch natürlich auch noch – bildmaterialgestützt - berichten.

Die kleinen Unterschiede..

Für den Moment möchte ich aber schon mal einen Teil meines Rückblicks auf die vergangenen Monate und das Leben als Austauschstudent richten. Es mag vielleicht etwas abgedroschen klingen, aber wer auch immer gesagt hat, dass eine Auslandserfahrung eine Bereicherung sei, der war ein kluger Mann. Es sind so unglaublich viele kleine und große Dinge über die ich vor meinem Kontakt mit anderen Nationalitäten nie nachgedacht habe:
 
  • Essen nachwürzen. Ich hätte nie gedacht, dass der Koch / die Köchin es als persönlichen Affront sehen könnte, wenn  man dem Essen mit Pfeffer oder Chilipulver zu etwas (mehr) Geschmack verhilft.
  • Allgemeinwissen / Zuverlässigkeit. Als durchschnittlich gebildeter Europäer kann ich euch versichern, dass insbesondere das deutsche Bildungssystem (Erziehung in Schule und Universität) absolut herausragt. Insbesondere in Sachen Naivität und Dinge des täglichen Lebens passieren hier täglich Zoten B).
  • Umweltbewusstsein. Wird ja oft belächelt und als „nerviges Thema für eine uncoole Generation“ empfunden. Mittlerweile denke ich jedoch, dass der Durchschnittsdeutsche ganz weit vorn mit dabei ist. Wer Energiesparlampen besitzt, nicht unnötig Wasser (Rasieren unter laufendem Hahn?) verschwendet oder weiß, dass eine Heizung auf maximaler Stufe in Kombination mit geöffnetem Fenster nicht unbedingt Sinn ergibt – der ist schon besser dran als die meisten Leute um mich herum. Im Ernst: Ich hätte nie gedacht dass ich mal an einen Ort komme, an dem ich die beste „Klimabilanz“ habe ^^.
  • Fremdsprache: Wer zumindest ein paar Brocken in einer fremden Sprache beherrscht, kommt sehr weit. Anfangs war ich etwas besorgt dass mir die Unterhaltung mit „Eingeborenen“ schwerfallen würde. Kannste verjessen – det sinn piekfeine Leute. Ohne mit der Wimper zu zucken wird die Hälfte der Konversation halt nochmal zusammengefasst oder wiederholt – ein Jeder hat Verständnis!
  • Auch in Sachen gesunder Ernährung ist man dank (deutscher?) Erziehung vergleichsweise gut aufgestellt. Ich werde nie meine „Healthy Nutrition“ Class vergessen: Ein Gör von 18 Jahren fragt ernsthaft ob es unbedenklich ist, einen kompletten Becher Ben&Jerry Eiskrem vor dem zu-Bett-gehen zu essen. Klar. Man wird zumindest nicht blind.
  • Von den unterschiedlichen Gewichtungen von Konzepten wie „Ordnung“, „Sauberkeit“, „Umwelt“, „Zeit“ und „Effizienz“ will ich gar nicht erst anfangen. 

    Und doch!

    Aber dennoch: Ich empfinde das Miteinander und das Leben hier in Boston als sehr angenehm. Im Gegensatz zum Großteil Deutschlands herrscht hier eine von Grund auf positive Stimmung / Empathie für den Nächsten. Allgemeines Gejammer und Tiefstaplerei sind mir noch nicht untergekommen. 

    Auch das Leben an sich ist dank extremer Dienstleistungsgesellschaft angenehmer; Wer sich schon einmal den Wagen voller Einkäufe in Tüten hat einpacken lassen, weiß was ich meine. Oder auch Wasser: In den USA würde niemand auf die Idee kommen, im Restaurant oder im Club Geld für ein Glas kalten Wassers mit Eis zu verlangen. „Servicewüste Deutschland“?  ^^

    Aber gut – das sind schon weitaus mehr Gedanken als ich mir hier normalerweise machen muss. Bevor ich also noch Kopfschmerzen erleide oder die Kurve nicht mehr bekomme, vertröste ich euch auf das nächste Posting: das kommt definitiv noch vor meiner Abreise (20. Dezember) und beinhaltet sowohl das Bildmaterial vom weihnachtlichen New York, als auch den zweiten Teil des Rückblicks, dann zum Thema „Stigma Austauschstudent“.

    Dienstag, 7. Dezember 2010

    Herbe Enttäuschung

    Ich hoffe euer Nikolaus war fleißig!

    Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle von DEM sportlichen Event des Semesters berichten. Blöderweise kam alles etwas anders als gedacht:

                         vs

    Nachdem die Feindschaft zwischen der Boston University und dem Boston College (weder ein College, noch in Boston) in den vergangenen Wochen immer wieder in den Hockeymatches hochgekocht ist, stand vergangenen Freitag endlich der Showdown ins Haus. Terriers vs. Eagles vor heimischen Publikum in der Agganis Arena!

    Hürde 1: Wie zum Henker reinkommen?

    Mit Entrichtung der Studiengebühren erhält jeder Student der BU einen sog. "Sports Pass", mit dessen Hilfe man kostenlose Tickets für alle Spiele bekommen kann. Die Sitze befinden sich direkt an den Stirnseiten der Halle und sind damit nicht die besten Blocks, bieten aber definitiv die beste Stimmung und Atmosphäre für die Begegnungen. Dummerweise bekommt man als Austauschstudent einen solchen Pass nicht und ist auf herkömmliche Wege der Ticketbeschaffung angewiesen.

    Das heißt: - wenn man nicht gerade einen US Studenten an der Hand hat der sein Ticket nicht benötigt - kaufen. Unnötig zu erwähnen dass alle so heiß auf das Spiel waren, dass niemand in meinem Umfeld sein Ticket verschenken wollte. Wegen des zu erwartenden Ansturms wurden auch gleich die Ticketpreise prophylaktisch erhöht. Statt $16 nun also $19 (bei Online-Bestellung sogar $33..).
    Als Europäer dachte ich mir ich bin mal ein Fuchs und stelle mich Montag Morgen noch vor Eröffnung der Ticketschalter an um so ein paar Tickets zu erhaschen. Als ich kurz vor 10 dort aufschlug, stellte sich heraus dass ich offenbar bei weitem nicht der Einzige mit dieser glorreichen Idee war.
    Die wartende Meute passte nicht einmal so recht ins Foyer,
    weswegen sich die Schlange gleich dreimal "faltete
    Zum Glück habe ich ein paar Fechter erspäht, die einen günstigeren Platz in der Warteschlange ergattert hatten. Gut, wenn man wen kennt! Also flugs dazu gestellt und "nur" noch eineinhalb Stunden warten.

    Am Schalter dann die nächste Ernüchterung: Sitzplätze sind schon lange aus, einzig und allein noch Stehplätze sind zu haben. Auch für $19. Grummel. Aber gut, Euphorie und Vorfreude auf das Spiel haben mich dann doch die Karte zücken lassen. Ich könnte ja sonst etwas verpassen ;-).

    Die Stimmung am Höhepunkt?

    Freitag, der Tag der eigentlichen Begegnung wurde dann im Facebook kurzerhand zum "Jersey Friday" deklariert. Das führte im Endeffekt dazu, dass sehr viel mehr "BU-style" Klamotten am Campus im Umlauf war. Go Terriers!

    In einigen Wohnheimen und Universitätsgebäuden hingen dann am Abend große Plakate in den Fenstern mit markigen Sprüchen, "GO BU!" / "BEAT BC!" / "BC SUCKS!" / "GO HOME, EAGLES", um nur einige zu nennen. Allerbeste Voraussetzungen also.

    Hürde 2: Stehen ist irgendwie nicht cool (genug)

    Als wir uns dann eineinhalb Stunden vor Spielbeginn an der Arena getroffen haben, kam uns die glorreiche Idee mit unseren Stehplatz-Tickets doch einfach einen Sitze zu beanspruchen. Die Aussicht, 1,5 Stunden + 3*20 Minuten Spielzeit + 2*15 Minuten Pausen + Unterbrechungen, zu stehen hat uns sprichwörtlich beflügelt. Also flugs dumm gestellt ("I'm european, dis is mai first hockii medsch") und versucht an der Security vorbei zu drücken.
    • Versuch #1: Fail. Beiläufig erzählt er uns noch, dass die BU 600 Tickets mehr verkauft hat als das Stadion Plätze bietet (=6.150).
    • Versuch #2: Epic Fail. Garstiger Mann.
    • Versuch #3: Beinahe-Erfolg, aber der Typ von Versuch #2 hat uns erspäht und zurückgepfiffen. Verdammt!
    Also schnell ans andere Ende der Arena und dort mit etwas mehr Finesse durch die Sitzreihen und an der Security vorbei gemogelt. Jawoll. Sitzplätze!
    der frühe Vogel fängt den Wurm: Dank übertriebener "Pünktlichkeit" doch noch Sitzplätze ergattert!
    Einziges Problem: Wir kämen zwar ohne Probleme aus dem Block heraus, aber nicht wieder hinein zu den Plätzen. Eiskrem, Wings, Bier und Brezeln fielen also auch von vornherein flach. ^^

    Hürde 3 - BC Sucks !! .. (??)

    Als die Mannschaften das Feld betreten erreicht die Stimmung neue Höhen. Geschrei, Gezeter und Gejubel mischen sich mit der Nationalhymne. Gänsehaut-Feeling pur!
    Die Ernüchterung kommt nach etwa 90 Sekunden. Die BU Terriers liegen mit 0:2 hinten. Was ist da passiert? Das Gejubel verstummt recht schnell und nur die Minderheit der BC Fans johlt noch. Leider hat es sich das ganze Spiel über auch nicht mehr wirklich verbessert. Das Endergebnis mutet mit 5-9 deutlich knapper an als es wirklich war. Es hätte genau so gut 20-0 ausgehen können. Obwohl die meiste Zeit 1-3 Spieler des BC (je zwei Minuten) für ihre Fouls auf der Strafbank gesessen haben, gab es wenig positive Aktionen zu sehen.

    Trotz überhöhter Ticketpreise und riesiger Vorfreude verließen die meisten (BU-)Fans das Spiel nach dem zweiten Drittel und nur der europäische Geiz hat uns das Debakel bis zum Ende hin ertragen lassen.

    Desillusioniert und mit schlechtem Gewissen (für die "BC Sucks!" - Slogans) haben wir uns dann in einer Bar mit ein paar Freunden getroffen und den Abend bei einigen Hefeweizen und einer enorm riesigen Platte Nachos ausklingen lassen.

    Achja: Das Rematch am nächsten Tag am Boston College haben wir natürlich auch verloren. Diesmal mit 2-5 etwas weniger desaströs.

    Mittwoch, 1. Dezember 2010

    Thanksgiving Pt. 2: roadtrippin'

    Neben Truthahn und Fresserei boten die Feiertage auch die passende Gelegenheit, wieder einmal aus Boston heraus zu kommen und ein Stück mehr USA zu entdecken. Nach der Nacht am Flughafen Boston-Logan habe ich meinen Flug nach Raleigh angetreten. Bemerkenswert ist hier allenfalls, dass gerade einmal 12 Menschlein in der Maschine saßen und ich der einzige Reisende im hinteren Teil des Flugzeugs war. Es hat schon was für sich, eine eigene Stewardess für die Sicherheitsbelehrungen zu haben ;o). Die zwei Stunden in der Luft gingen dank Schlafdefizit und sanftem Gerüttel dann auch schnell vorüber.

    In North Carolina gabs den ersten Schock direkt am Flughafengelände, denn von 20°C hatte ich nicht zu träumen gewagt. Nachdem Paul (Klick) mich am Flughafen aufgelesen hat, gings erstmal nach Raleigh Downtown.


    Den Nachmittag haben wir in den Malls verbracht - schließlich war "Black Friday". Das ist traditionell der Tag in der Thanksgiving-Woche, an dem alle Konsumenten durchdrehen: Die großen Ketten überbieten sich gegenseitig mit massiven Rabatten um die Massen schon früh am Morgen (einige Leute campieren und übernachten vor den Läden um ein Schnäppchen zu machen) in die Malls zu locken. Sogar Apple hatte sich dazu herabgelassen, das iPad für einen Tag von $499 auf $449 zu reduzieren.

    Die Mall am "Black Friday". Leider waren wir zu spät für echte Schnäppchen.
    Reichlich erschöpft und auch einigermaßen müde haben wir beschlossen, den Abend in netter Gesellschaft bei Hooters zu verbringen.Wer's nicht kennt: Hooters ist i.A. bekannt dafür, junge gut gebaute und halbwegs anschauliche Bedienungen zu beschäftigen, die sich mit zu den Gästen an den Tisch setzen und Konversation betreiben. Soweit ich weiß, zielte das ursprüngliche Konzept auf Trucker ab um diesen auf den langen Touren durch das Land einen Hafen und etwas Gesellschaft zu bieten. Bevor ihr jetzt grinst: Nein, nicht DIESE Art von Gesellschaft. Von Truckern haben wir jedenfalls nicht viel gesehen - die Gäste verteilten sich etwa hälftig auf "älteres Ehepaar" und "kleine Gruppen von Männlein in den Zwanzigern".

    Ich und .. mhh .. Mist - glatt vergessen, aufs Namenschild zu gucken.
    Na, wenn das mal keine Weihnachtsstimmung verbreitet :)
    Auf dem Rückweg durch die Innenstadt haben wir noch eine echte Entdeckung gemacht: Einen Aldi hätte ich in den USA zuletzt erwartet.
    Leider konnten wir keinen Blick hineinwerfen..
    Übrigens: Innenstadt ist in diesem Fall anders zu verstehen als Boston, Dresden oder Berlin. Raleigh erstreckt sich über eine sehr weite Fläche und die Distanzen zwischen den einzelnen Häusern, Kreuzungen oder Geschäften sind vergleichsweise weit. Das ist keinesfalls mit Deutschland zu vergleichen! Auch wenn es mir schwerfällt, das zuzugeben: Es stimmt schon irgendwie - ohne Auto kommt man hier nicht oder nur extrem langsam voran.

    Am nächsten Morgen sind wir dann beizeiten mit dem Auto in Richtung Washington D.C. gestartet. Die ungewohnte Unterhaltung in deutscher Sprache hatte scheinbar auch die Erinnerung an deutsche Autobahnen und ihre generösen Tempolimits wachgerufen :o). Es dauerte also gar nicht lange bis wir von einem blau flackerndem Signal verfolgt und zum Anhalten gebeten worden sind .. Stopped for Speeding!

    Glücklicherweise konnte Paul hier die "ikskhuusee meeh mista, ei'em forren" - Masche umsetzen und wir sind mit einem blaugen Auge, bzw. einer Verwarnung davongekommen. Die weitere Route führte uns in der Nähe von Williamsburg vorbei, das für seine historische Darstellung der kolonialen Lebensbedingungen bekannt ist. Kurzentschlossen haben wir also einen Stopp eingelegt und uns unters Volk gemischt.

    eine live-Auktion in Altenglisch
    Wir hatten zu dem Zeitpunkt nur noch etwa 100 Meilen bis nach Washington vor uns. Leider stellte sich heraus, dass wir scheinbar echte Trendsetter waren mit der Idee, Thanksgiving mit einen Besuch in der Hauptstadt zu verwenden. 20 Meilen Stau und endlose Stunden später sind wir erst nach Einbruch der Nacht erschöpft in Washington angekommen. Dort haben wir uns dank dem Roomsaver zum Spottpreis in einem Hotel einquartiert und sind direkt ins Nachtleben gestartet. Zufälligerweise waren noch einige andere Austauschstudenten an diesem Wochenende in DC unterwegs, so dass wir den Abend in großer Gruppe bei Drinks und Rotwein aus der Pappe genießen konnten.

    Random Metro Stop .. Die sehen in Washington alle exakt gleich aus!
    Komischerweise ist das das einzige Bild, das ich an diesem Abend gemacht habe..
    Man beachte die "Zapfeinrichtung" ;-)
    Der nächste Morgen brachte dann - neben leichten Kopfschmerzen - ein volles Programm mit sich. In schneller Abfolge haben Paul und ich dann..

    .. den Arlington National Cemetery, .. 


      
    Grabsteine, wohin man blickt. Soldaten, Offiziere und Generäle zu Tausenden


    .. das Washington Monument ..
    Mit einem Fahrstuhl gelangt man in die Spitze, wo ..
    eine tolle Aussicht in ..
    ..alle Richtungen geboten wird, hier z.B. die "Washington Mall", um die sich alle repräsentativen Bauten, Museen und Denkmäler gruppieren
    .. diverse Gedenkstätten ..
    World War II Memorial
    Der Preis der Freiheit - jeder Stern steht für 1000 Kriegsopfer.
    Korean War Memorial
    Vietnam War Memorial mit den Namen aller gestorbenen GIs. Es besteht aus etwa 40 dieser Tafeln
     .. Lincoln Memorial ..
    Abe himself
    .. das weiße Haus ..

    Man glaubt es nicht, aber in natura ist dieses Gebäude winzig und geht in dem monumental-säulenhaften Art der Stadt absolut unter. Es wirkt nicht wie der Sitz des mächtigsten Mannes der Welt, sondern eher wie eine private Villa.
    .. sowie diverse andere Dinge unsicher gemacht!
    Supreme Court
    Kapitol
    Da Kapitol, Bibliothek des Kongresses und der Supreme Court am Sonntag für Touristen leider verschlossen bleiben, hatten wir unverhofft etwas Zeit um uns in den Smithsonian-Museen umzusehen. Diese Museen sind einfach der Wahnsinn! Komplett kostenlos und extrem umfangreich kann man beispielsweise Natural History, American History, Air & Space, Indian History, Art u.v.m. erkunden.
    Wir haben uns auf Pauls Empfehlung hin (Es ist übrigens absolut großartig mit jemandem zu reisen, der sich vor Ort schon einigermaßen auskennt; Touristenfallen und Luftnummern bleiben einem so erspart!!) für das Air&Space Museum entschieden. Auf dem Weg sind wir am Smithsonian American Art Museum vorbeigekommen, an dem uns doch direkt Dresden begrüßt hat.
    Warum verfolgt mich diese Stadt eigentlich um die Welt?
    Air&Space Museum - japanische Zero
    Air & Space Museum - X-29 mit original negativ gepfeilten Flügeln und Canards (die kleinen Stummel davor). Hach!!
    Nach der Schnellbesichtigung des Museums haben sich dann unsere Wege am Busbahnhof in Washington D.C. getrennt. Schade, dass die Zeit so schnell vorüber war. Es tat gut, wieder einmal eine anständige Unterhaltung führen zu können ohne durch sprachliche Ungenauigkeiten behindert zu werden. Nachdem ich nun also Raleigh kenne, ist Paul dran mich in Boston zu besuchen ^^.

    Er ist am Sonntag dann mit dem Auto wieder nach Raleigh aufgebrochen und ich habe mich dem Wohlwollen von "Greyhound" (DC-NY) und "FungWah Bus" (NY-BOS) ausgesetzt. Nach fast 10 stündiger Fahrt bin ich dann kurz nach drei Uhr morgens wieder in Boston aufgeschlagen und in die vorletzte Uni-Woche gestartet.

    Diese verspricht ein echter Knaller zu werden! Doch mehr dazu im Laufe der nächsten Tage.