Dienstag, 26. April 2011

Happy Easter, everyone!

Wer hätte gedacht, dass das Osterfest in den Staaten sich so sehr von dem Europäisch-Deutschen Variante unterscheidet? Statt gefärbten Eiern und Osterbraten hat sich in Anbahnung des Wochenendes eigentlich der komplette Einzelhandel auf Schokolade, Candy, Marshmallow-Osterhasen ("Peeps") und zuckrige Zuckerprodukte umgestellt. Geschmacklich ergänzend dazu gabs enorme Rabatte auf Coke. Naaaaja.

Nicht im Bild und doch überall: M&Ms, Reese's, Oreo's, Twix, ...
Umso größer war die Freude, als ein paar Arbeitskollegen von Betta uns zu einer kleinen Osterfeier eingeladen haben. Im multinationalen Kreis (in alphabetischer Reihenfolge: Brasilien, China, Deutschland, Italien, Russland und/oder verwandte Staaten und USA) gab es in geselliger Runde doch noch ein paar "echte" Ostereier.

und jetzt ratet, wessen Osterei wieder aus der Reihe tanzt ^^
(Vielen Dank an Lina für die tollen Fotos!)
Außerdem hat noch jeder eine typische Osterspezialität aus dem eigenen Land mitgebracht, so dass wir (einmal mehr) mit Unmengen von großartigen Gerichten konfrontiert wurden. Die Bilder werden dem sensationellen Geschmack zwar nicht gerecht - vermitteln aber einen ganz guten Eindruck von dem allgemeinen Chaos ;o)

 
 

 So ein BIßCHEN amerikanisch war's am Ende dann doch: Essen wollte die Eier letztlich nämlich niemand ^^.

Frohe Ostern euch Allen!

April zum Dritten: .. bis hin zu Kranich und Gartenschlauch.

Es ist nicht nur so, dass Paul geniales Wetter und ein Shirt von den North Carolina Tarheels für mich dabeihatte - ganz offensichtlich bringt er auch noch verdammt viel Glück.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich schon zunehmend mit dem Gedanken herumschlagen müssen, bald wieder die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Trotz einer Vielzahl an Praktikumsbewerbungen hatte sich bis dato nichts ergeben und selbst eine formale Absage war eigentlich eher die Ausnahme - so gute Manieren hatten nur wenige Unternehmen. Ich frage mich ernsthaft, was die mit den ganzen Bewerbungen überhaupt machen.!

Kaum war Paul dann gelandet, hatte sich die Lufthansa auf eine meiner Bewerbungen gemeldet und bat zum Telefoninterview. Also flugs eine Lösung mit VoIP gebastelt und mitten rein in die Konferenzschaltung mit 5 Leuten. Während der Großteil des Gesprächs weitestgehende Routinefragen zu CV, Motivation und Erwartungen waren, bekam ich kurz vor Schluß dann auch einen Brainteaser (KLICK) vorgelegt bekam:

Wie viele Meter Gartenschlauch werden in Deutschland in einem Jahr verkauft?

Ganz schlecht gelaufen kann es nicht sein, denn ab Ende Mai diesen Jahres werde ich offiziell mein Praktikum in bei der Lufthansa in Frankfurt antreten!!

Ich kann mein Glück kaum fassen, denn es geht in die Abteilung Airline Verbund, Allianzen und Kooperationen. Da werde ich mich dann intensiv mit (statistischer) Datananalyse, Excel (Visual Basic), Powerpoint und Projektarbeit im Bereich Luftfahrt-Passage auseinandersetzen. Komisch, wie sich manchmal alle losen Ende zusammenfügen und sich eine Gelegenheit bietet, von der man nicht wusste dass sie existiert.

Kleiner Wermutstropfen: Kaum hatte ich die Stelle verbindlich zugesagt, meldeten sich in kurzer Reihenfolge noch LH Hamburg und Shell mir "starkem Interesse an meinem Profil" bei mir. Naja - zu spät!

Ich würde definitiv JEDEM empfehlen, Paul mal auf einen mehrtägigen Besuch einzuladen! :-)

Um es nochmal dauerhaft festzuhalten: Ich lande am 18. Mai in Dresden und werde bereits am darauffolgenden Sonntag (22.5.) nach Frankfurt umziehen. Also, haltet euch die Tage frei! ^^

Mittwoch, 20. April 2011

April zum Zweiten: .. über Paul und zwei Marathons am selben Tag ..

Nachdem ich im vergangenen Jahr Paul in Raleigh (North Carolina) einen Besuch abstatten konnte, ist er am vergangenen Wochenende auch endlich der Einladung nach Boston gefolgt. Das ganze Vorhaben stand diesmal unter einem etwas besseren Stern als der Besuch von Roland vor ein paar Wochen: Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein haben die Stadt im besten Licht präsentiert. Keine Ahnung, ob's an meinen Gästen lag. ;-)


Das Standardprogramm aus Freedom Trail, North End, Chinatown und BU Campus habe ich ja schon die letzten Male ausführlich beschrieben. Neu war allerdings dass wir uns kurzentschlossen einen Mietwagen organisiert haben und knapp hundert Meilen nach Süden gefahren sind - nach Provincetown / Cape Cod. Eigentlich sollten wir für diesen Trip 5 Leute sein, aber wegen akuter Ausfallerscheinungen zweier Teilnehmer am morgen nach einer epischen Kneipennacht sind wir mit Betta zu dritt aufgebrochen.

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Auf dem Weg dorthin haben wir noch in Plymouth halt gemacht. Das ist das Nest, in dem gerüchtehalber die Pilgerväter mit der Mayflower II um 1620 gelandet sind. Gerüchtehalber sage ich deshalb, weil wir auf diesem Trip ganz verschiedene Versionen dieser Geschichte gehört haben. Während es mal 30, mal 100 und mal gar 120 Siedler waren, sind sie gemäß einer Version der Geschichte in Plymouth gelandet und mal in Provincetown. Selbst die Jahreszeit wird mit Juni und November unterschiedlich angegeben. Es drängte sich der starke Verdacht auf, dass da verschiedene Nester verzweifelt um die Gunst der Touristen buhlen und die eigene dröge Vergangenheit zugunsten einer glamouröseren Geschichte etwas "aufgehübscht" haben.
Naja, wie auch immer: Irgendwann ist jedenfalls irgendwer hier in der Nähe gelandet (oder so). Darin waren sich alle einig - und das ist ja auch schon was!

Plymouth Rock, der Fels auf den die Pilgrims (angeblich) zu aller erst den Fuß in die neue Welt gesetzt haben. Eigenartig nur, dass das die ersten 100 Jahre nach der Landung niemanden interessiert hat und also auch nicht mehr bewiesen werden kann. ;-)
Die Geschichte um den Stein ist auch einen Lacher wert: Im beginnenden 18. Jahrhundert sollte der Stein vor der Witterung in Sicherheit gebracht werden. Beim Abtransport hat aber leider jemand gefailt und so ist der Brocken in zwei Teile zerbrochen, die viel später wieder gekittet und ausgestellt worden sind.
In jedem anderen Land der Welt wäre das peinlich - in den Staaten wird es stolz zur Schau gestellt :-D.

Sportlich, Sportlich: Doppelmarathon am Montag

Zufällig hatte sich Paul für seinen Besuch nämlich das Wochenende vom "Patriot's Day" herausgepickt. Das wäre jetzt nur halb so spannend, wenn das nicht der Montag des Boston Marathon gewesen wäre. 25,000 registrierte Läufer sind morgens gegen 10 Uhr 26 Meilen zum ältesten Marathon der Welt (lässt man die eigentliche Herkunft aus) aufgebrochen. Dem folgten noch viele weitere nicht-registrierte Freizeitläufer, die entweder keinen Startplatz mehr ergattern konnten oder die Zeitanforderung im Vorfeld nicht erfüllen konnten. Wer nämlich regulär teilnehmen will, muss einen Qualifikationsmarathon in weniger als 03:40h absolvieren. Ziemlich straff!

der erste Läufer .. nein, auf der linken Seite!
Die Seiten wurden von Zehntausenden Besuchern gesäumt, frenetischer Jubel inklusive

am Zieleinlauf ging dann gar nix mehr
Ankunft am Copley Plaza, in der Mitte der Stadt
Apropos straff: Während die Läufer sich sportlich verausgaben, veranstaltet die Stundentschaft kollektiv einen eigenen SLaufmarathon. Trotz stärkster Polizeipräsenz hat fast jeder einen "Kaffee-"Becher (Wahlweise SBux oder DD) in der Hand und versorgt sich selbst mit 'Refills'. Das ist besonders anspruchsvoll, weil es bereits am frühen Morgen, also gegen 10 Uhr, beginnt.
Wir haben uns jedenfalls wacker geschlagen, auch wenn es nicht bis zum Treppchen gereicht hat!

Es wurde übrigens ein neuer inoffizieller Weltrekord aufgestellt - der erste Läufer erreichte das Ziel nach sagenhaften 2 Stunden und drei Minuten. Do the math - er ist im Schnitt(!) 20.5 km/h schnell gelaufen.

Ich glaube, die Studentenschaft hatte allerdings mehr Spaß. ;-)

April zum Ersten: Von Hexen und Clubs...

Achja richtig, das Blog. Nachdem sich in den vergangenen 4 Wochen wieder einige Dinge ereignet haben, sollt ihr davon natürlich nicht verschont bleiben! Ich will mal versuchen, das in wenigen Worten und mit ein paar Bildern zu umreißen.

Salem / Newburyport

Einer unserer Wochenendtrips führte Betta und mich vor kurzem ein gutes Stück aus Boston heraus. Bei traumhaft schönem Sommerwetter (und einer eisigen Brise) haben wir uns in einem alten Fischerstädtchen einquartiert und uns die Sonne aufs Gemüt scheinen lassen. Ein guter Teil der Küste in der näheren Umgebung sind als "die Künstlerkolonien" bekannt. Das äußert sich dann in einer Vielzahl von Atéliers, winzigen Cafés und seltsam gebürsteten Typen, die mit um-die-Schulter-geschlungenen Burberry-Pullovern umherstolzieren. Naja. ;-)
Wohl gefühlt haben wir uns dennoch - auch wenn ich in Salem (KLICK) ob der roten Haare etwas Angst um Betta hatte.

da lacht sie noch ^^
Generell wird in der Region sehr viel Kommerz um die ursprüngliche Besiedlung, Segelschifffahrt und Fischerei gemacht. In einem Bild:

fast wie die Gorch Fock.. Nur ohne die sexuelle Belästigung
Im Peabody Essex Museum gab es eine ziemliche Rarität zu bestaunen; dorthin wurde ein komplettes Haus aus der chinesischen Provinz des 18. Jhd. exportiert, d.h. Ziegel für Ziegel für Ziegel abgebaut, verpackt, verschifft und wieder zusammengefügt. Das ganze Unternehmen dauerte um die sechs Jahre und war die Mühe definitiv wert: Mein persönlicher Favorit war mit "Child Caretaker" übersetzt: Ein hölzerner Zylinder von etwa 1.30m Höhe, in den das liebe Balg bis zur Brust hineingesteckt wurde, damit es die Eltern nicht von der Hausarbeit ablenkt. Wahlweise gab es das Teil auch noch mit Wärmeinrichtung, falls es mal länger dauert.

Leider bin ich beim Versuch des Fotografierens fast aus der Ausstellung geflogen und habe es ab dann lieber nicht nochmal versucht.

BUAF .. Gesundheit!

Da mir dank geschickt gewähltem Stundenplan nicht so besonders viel Stress seitens von Vorlesungen und Lernen anstand, konnte ich meine Zeit in wichtigere Dinge investieren. Vor einiger Zeit schon einmal angekündigt, möchte ich Euch jetzt endlich vom "Boston University Ameropean Forum" berichten.

Wir, das sind Helene (studiert Internationale Beziehungen in Paris, Präsidentin), Sarah (studiert Geschichte in Genf, Schatzmeisterin [insert geopolitischen Witz über Schweizer Nummernkonten here]), Dani (studiert Mathematik in Madrid, Secretary) und meiner Person als Vizepräsident.  
 
Der Zweck des ganzen Vereins besteht im Wesentlichen darin, mit der Studentenschaft in Dialog zu kommen und etwas Aufklärungsarbeit zu leisten. In vielen Vorlesungen ist aufgefallen, dass stellenweise verdrehte Ansichten [KLICK] zum Thema Europa kursieren und sich niemand wirklich die Mühe gemacht hat, das mal richtig zu stellen. Umgekehrt wollen wir aber auch unsere eigene Vorstellung von Europa zur Diskussion stellen. Schon in kleiner Runde hat sich gezeigt, dass Welten zwischen Wahrnehmung von innen und außen liegen.

Also haben wir uns als studentische Vereinigung von der BU anerkennen lassen und werden jetzt mit Geldmitteln und freier Raumnutzung gefördert. Wir mussten u.A. eine eigene Verfassung/Charta einreichen und Fürsprecher seitens der Universität gewinnen. Es stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand als überzogen herausstellt; schließlich verlassen die Letzten von uns Boston zum Ende Mai. Wir werden es herausfinden!


Bei der Aufgabenverteilung habe ich mir dann die angenehmsten Teile unter den Nagel gerissen: Präsentationen klicken und Flyer basteln. Mal wieder zeigt sich, dass PAUL einem da einen fast uneinholbaren Kenntnisvorsprung verschafft. Kaum hat man mal etwas anderes in der Präsentation als SmartArt, kommt die Meute nicht mehr aus dem Staunen heraus. Die kollektive Hyperventilation bei Prezi [KLICK] ist die Mühe jedes Mal wert ;-).

Mal sehen, was wir in den letzten Wochen des Semesters noch auf die Beine gestellt bekommen!