Dienstag, 31. August 2010

ohmygod, ohmygod, ohmygod

I'm so excited!

Okay, noch einmal langsam und mit Vorgeschichte. Gestern Abend war das sogenannte "mandatory floor meeting". In jedem Wohnheim gibt es für jede Etage so eine Art Aufseher oder Ansprechpartner. Die sind im Wesentlichen ältere Studenten (Soph. oder höher), die ein Auge auf die Freshmen haben und auf das Einhalten der Hausordnung Wert legen, sowie der Uni-Verwaltung ein paar lästige Aufgaben abnehmen. (Beispiel: Wenn ich meinen Zimmerschlüssel mitten in der Nacht verlege, muss die arme Tamika dran glauben, ihren Schöhnheitsschlaf unterbrechen und mir mit einem Zweitschlüssel die Tür aufmachen ^^). Das Treffen an und für sich war ziemlich öde, da die Hausordnung für deutsche Verhältnisse lächerlich ist und mich das meiste als Ü21 eh nicht zu interessieren braucht.

Aaaber: Auf dem Treffen habe ich endlich mal meine komplette Etage kennengelernt. Dabei stellte sich heraus, dass neben dem 50% Anteil asiatischer Herkunft auch einige Europäer sind. So eine Truppe Frenchies hat mich dann gleich in ein benachbartes Wohnheim mitgeschleift und da saßen wir dann zu acht bei Vodka-O und Tequila aus..
...ROTEN PLASTEBECHERN !!!!!!
(not so?) funny fact: Die Franzosen erzählten mir, dass sie am Vorabend mit einer Shisha auf dem Balkon gesessen hätten und daraufhin am nächsten Tag einen Brief vom 'Residency Office' erhalten haben, indem sie unter Androhung von Strafe und Exmatrikulation(!) zum Gespräch gebeten worden sind. O-Ton: "Bring a lawyer."

Mal sehen, ob wie das ausgeht und ob ich die Jungs und Mädels nochmal zu Gesicht bekomme.

Danach sind wir dann zu einer Party am Campus aufgebrochen, bei der es statt Bier und Booze mal wieder nur Pizza und Energy Drinks gab - dafür aber for free. Es ist ziemlich eigenartig, aber dafür, dass sie ..
.. keinen Alkohol kriegen und ..


.. alle ziemlich jung sind ..
..flog ganz gut die Kuh.

Dummerweise habe ich mich den ganzen Abend an den Energy Drinks festgehalten, so dass ich dann auf dem Heimweg noch einige Stunden mit ein paar Locals verbracht habe und auch noch danach wie ein Duracell-Hase im Zimmer auf und ab gelaufen bin. Kurze Nacht.

Der Schock kam dann am Morgen - so langsam muss ich mir nämlich die Bücher für die Vorlesungen anschaffen. Im Gegensatz zum deutschen System ist es absolut unumgänglich, die Bücher rechtzeitig und auch in der jeweilig aktuellsten Fassung am Start zu haben. Da ist es nur umso ärgerlicher, dass die sämlich in einer Preisklasse von USD 100 - 250 pro Stück beim Händler vor Ort rangieren. Ihr könnt euch vorstellen, dass das ein ziemliches Loch in die Kasse reißt und man daher kreativ wird.
Jedenfalls erwarte ich jetzt in den nächsten Tagen drei Pakete: Eins aus Iowa, eins aus Bangkok und eins aus Neu-Delhi. ISBN-Nummern googeln und Preise vergleichen ist ein ganz guter Tipp. Gerüchtehalber sind in diesen Versionen ein paar Rechtschreibfehler drin, aber der Inhalt soll weitestgehend identisch sein.

Ich frage mich, ob die Asiaten einfach die Bücher raubkopieren und nun wieder für 25-50 % des Preises in die USA zurückexportieren..? Eigenartiges Geschäftsmodell.

achja: noch was zum Schmunzeln, Stichwort Billboards am Campus einer amerikanischen Universität:

Man beachte: Der Anruf ist kostenlos ^^

Sonntag, 29. August 2010

The Gang

Ihr merkt es schon an den Timestamps: ich hatte schon einige Postings in der Qualitätskontrolle, bzw. Schublade.

Damit ihr auch mal einen Eindruck von den anderen Internationals in meinem Umfeld gewinnt, kann ich eigentlich nur Facebook empfehlen. Da gibts regelmäßige Updates und aktuelle Fotos. Ein paar Ausschnitte möchte ich aber auch hier zeigen :-).

auf der Orientation
v.l.n.r. Cesar (SPA), Stefano (ITA), Carole (FRA), Dani (SPA), Elizabetta (ITA) in der Dining Hall
zu fortgeschrittener Stunde .. ^^
Suchbild!!
In der kompletten Gruppe haben wir Chinesen, Australier, Italiener, Franzosen, Spanier, Ecuadorianer, Dänen, u.v.v.m. Sprach-Kauderwelsch ist da vorprogrammiert, aber alle geben ihr Bestes zur Verständigung: So sprechen z.B. auch die Spanier/Italiener/.. untereinander Englisch um niemanden außen vor zu lassen. Feiner Zug.
Am späteren Abend sind wir dann in irgendeine Tanzbar gezogen und ich bin mit Cesar in irgendeiner wildfremden Gruppe von Ecuadorianerinnen gelandet. "Gibt Schlimmeres" ;-).

Alright, mein Kaffee (um genau zu sein: Mein Grande Costa Rican exclusively-brewed-by-Clover Iced Caffee) nähert sich langsam dem Ende und ich muss noch auf die Schnelle einen Überraschungs-BirthdayCake für Cesar auftreiben. Bevor ich die Blog-Session allerdings für heute beende, gibts noch zwei punktuelle Eindrücke.

funny fact 1: Die Uni ist so sehr auf ihre CI bedacht (oder so extrem wohlhabend), dass sogar die Mülltonnen das Brand tragen:
 

funny fact 2: In seiner Selbstvorstellung hat der "Dean of Students" (=Rektor) Bilder von sich gezeigt. Darunter war u.A.
mal ehrlich: Wer denkt bei dem Bild an einen Rektor? Für mich ist das eher ein Gangster aus der Hood ^^

Eindrücke aus Boston: "the place to be"

Vom wolkenfreien Sonnenschein geweckt, habe ich mir heute kurzentschlossen die Laufschuhe angezogen und die nähere Umgebung auf Schusters Rappen erkundet. Der Schock war immens: Ich sehe eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit Jogger auf den Straßen. Von 15-jährigen Teens bis hin zu 70-jährigen Greisen ist hier alles und jeder auf den Beinen und genießt das spätsommerliche Wetter bei ~ 80°F.
Dabei hat sich auch gezeigt, dass die Stadt sehr läuferfreundlich ausgelegt ist: am Charles River entlang führt ein breiter, schattiger Weg mit komfortablem Untergrund. Ich glaube, das war nicht meine letzte Runde B).

Charles River Basin
der Campus beginnt am rechten Bildrand, Downtown ist noch ein Stück weiter links

Leider hab ich es dann scheinbar voller Enthusiasmus etrwas übertrieben. Auf dem Rückweg habe ich einen schmerzhaften Krampf im Oberschenkel bekommen, der mich nach Hause hinken ließ. Das ist insbesondere ärgerlich, da ich eigentlich den ganzen Tag nur auf den Beinen bin und im Schnitt gute 8-9 Meilen über den Campus zurücklege. Vielleicht legt es sich ja bald - keep your fingers crossed ;o).

Die Updates haben auch deshalb so lange auf sich warten lassen: Ich verbringe abgesehen von den paar Stunden Schlaf den Großteil meiner Zeit mit den anderen Internationals und bin kaum 10 Minuten täglich in meinem Dorm. Das wiederum nimmt konkrete Formen an - nach einigen Anschaffungen und Umräumarbeitne fühle ich mich dort langsam so richtig wohl!
Luxus Einzelzimmer
Das Badezimmer (nicht im Bild) teile ich mir btw mit einem chinesischen Pärchen - total klasse die Beiden.
Wer noch nicht die Chance hatte, einen "amerikanischen IKEA" zu erkunden, hier ein kleiner Eindruck: 8 Meter Raumhöhe, alles vollgepackt und vollgestellt und jeder Farbton den man sich vorstellen kann. Unnötig zu erwähnen, dass ich vor meinem Besuch gar nicht wusste, was ich alles brauchen würde - ich wollte ein paar Poster-Strips und kam schwer mit Beuteln und Tüten behangen wieder heraus..

"Bed, Bath and Beyond"


penetrantes Marketing 1: Kristian 0

Wahnsinn: Von Freizeit bis Engagement

Die GSU Open House stellte sich als riesige Spassveranstaltung mit enormen Unterhaltungswert heraus. Impro-Comedy vom Feinsten und im Anschluss eine Party, auf der sich ein paar Student Activity Gruppen vorgestellt haben. Man kann so ziemlich alles machen: von Partyorganisation ueber religioese Diskussionen bis hin zu losen Sportlergruppen oder Community Service ist fuer jeden etwas dabei. Insgesamt wird hier Engagement sehr gross geschrieben: Es gibt mehr als 500 dieser Gruppierungen und es werden staendig mehr.

Ich bin schon gespannt wo ich landen werde - ich kenne mich zu gut um die Fuesse still zu halten ;-). Die "BUMCA" klingt echt gut - "Boston University Management Consultants Association" .. ^^

Unsere Student Advisors Julia & Sara
Die Party war auch insofern eigenartig, als dass kein einziger Tropfen Alkohol floss. Was fuer den einen jetzt wie die pure Hoelle klingt, hatte auch so sein Gutes. Die Stimmung war ausgezeichnet und es gab keine versoffenen Lallos, die auf Krampf einen Streit anfangen wollten. Naja, ein Bier haette ich trotzdem vertragen koennen.. Da die meisten anderen Students hier keine 21 sind, hat sich die Sache fuer sie eh ziemlich erledigt. Ich hingegen freue mich diebisch dass ich meinen Trip so lange hinausgezoegert habe :).

Achja: Ausserdem durfte kein Freshman (Studis im ersten Jahr) die Party auf eigene Faust verlassen. Alle wurden am zentralen Ein- und Ausgang abgefangen und mussten bis zu 15 Minuten auf die naechste gefuehrte Tour zu den Wohnheimen warten. Noch seltsamer wird die Kiste, wenn man weiss dass die Wohnheime praktisch "ueber die Strasse" sind. Bevormundung fuer 18-jaehrige! Mal sehen, ob das die naechsten Wochen so weiter geht oder ob es damit zusammenhing, dass die Eltern noch in Boston sind und die Uni sich nichts zuschulden kommen lassen will.

Am nächsten Morgen ging es dann mit Fruits and Bagels in den Tag. Es stehen noch einige Workshops und Vortraege fuer uns Internationals an: Themen rund um Versicherung, Finanzierung und Visumsfragen. Gaehn.
Am Nachmittag erkunden wir dann das FitRec (Fitness & Recreation Center) - ein High-Tech-Multifunktions-Sporttempel der ausschliesslich und kostenfrei fuer Studenten zur Verfuegung steht. Basketballfelder, Squash- und Tennisplaetze, Kletterwand, Schwimmbad und dreistoeckige Cardio/Fitnesslandschaft inbegriffen. Ich glaub, die "Problematik" mit meiner enorm vielen Freizeit hat sich schon geklaert :).

Also, den FB habe ich ja schon gemocht - aber DAS hier sprengt alles Dagewesene!

Donnerstag, 26. August 2010

Ein Start mit viel Anlauf

Boston! Endlich!

Gehen wir noch einen kleinen Schritt zurück: Die Anreise. Im Laufe eines Interkontinentalfluges mit zwei Zwischenstopps (FRA, PHL) lernt man, einige Dinge zu hassen:
  • Da wären gewisse Durchsagen aus dem Cockpit ("Dear passengers,we will be taxiing around a bit Philadelphia Airport - there is a storm over the coast near Boston. We were forced into a two-hour-ground delay.") 
  • Darüber hinaus haben es Lufthansa und US Airways zwar geschafft, mich nach Boston zu befördern; mit meinem Gepäck sah das aber leider anders aus. Als ich nach insgesamt 22 Stunden in Boston ankam, war die Tasche noch immer in Frankfurt. Dementsprechend war ich an meinen ersten Tagen hier ohne diverse Ladekabel und Klamotten ziemlich aufgeschmissen. Gott sei Dank hat sich das Ganze dann mit fünfzehn(!) Telefonaten (Hotline) und 48 Stunden Wartezeit klären lassen.
  • Von dem fiesen Dauerregen (24/7) der letzten Tage oder den ausgefallenen Personal-Entertainment-Systemen im Flieger will ich gar nicht erst anfangen ;-).
Was nämlich viel wichtiger ist als all die Hindernisse auf dem Weg ist das Ziel: Boston University. Es werden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um den Freshmen den Start in das Leben an der Uni zu erleichtern. Neben einer hervorragenden individuellen Betreuung in Tutorengruppen (so eine Art ESE) gab es schon ein gemeinsames BBQ, Vorstellungsrunden und Ansprachen der Dekane, organisierte Partys und vieles mehr. Dabei bin ich erst seit zwei Tagen hier! Man muss das wirklich selbst erlebt haben - ständig lernt man neue Leute aus allen Ecken und Winkeln der Welt kennen.

By the way: Ich muss auch schon wieder dringend zum "Open House". Man munkelt, dass die Sophomores und Juniors eine Art Sketch-Comedy auf großer Bühne auf die Beine gestellt haben, die den Partyauftakt für die Nacht darstellt.
Bilder zu meinem Zimmer und auch von der Party werden selbstverständlich nachgereicht!

funny fact: In Amerika zahlt nicht nur der Anrufer, sondern ebenfalls der Angerufene. Bei Telefonaten kann man das ja noch durch Nicht-Annahme umgehen; allerdings werden auch Textnachrichten beiden Parteien berechnet.

Samstag, 21. August 2010

Letzte Vorbereitungen

So langsam wird es ernst!
 
Nach mehr als einem Jahr Vorbereitungen, mannigfaltigen Motivationsschreiben, ausufernden Auswahlgesprächen und quälender Bürokratie nimmt die Unternehmung konkrete Formen an: das Visum ist bewilligt, der Flug (im zweiten Anlauf) bestätigt und die WG geräumt.
Das wirklich Beängstigende war allerdings, dass der Umzug nur eine gute Stunde gedauert hat und meine "Existenz" in ein Drittel der Ladefläche eines Transports gepasst hat. Ist das ein Zeichen für Pragmatismus oder macht mich das zu so einer Art Anti-Messi?

Wie auch immer: mir verbleiben noch etwa 64 Stunden, um mich auf die neue Situation vorzubereiten. Ständig höre ich Dinge wie "neuer Lebensabschnitt", "auf dich allein gestellt" oder "fremdes Land" - nur um das klarzustellen: ich bin voller Vorfreude und Euphorie: keine Zeit für Zaudern oder Bedenken!

Sogar die Auswirkungen der gestrigen Abschiedsparty flauen langsam ab. Ihr habt unsere Erwartungen bei weitem übertroffen (und damit meine ich nicht nur den Bierkonsum) - v.a. die hausgemachten Salate und Süßspeisen haben sich größter Beliebtheit erfreut. Sogar Tiramisu-Artisten haben sich geoutet! ;-)

Ganz besonders möchte ich mich für die Glückwünsche und Erinnerungsstücke bedanken, die mich am Dienstag begleiten werden! Die bekommen einen Ehrenplatz in meinem 1-Zimmer-Luxus-Apartement am Ufer des Charles River.

Wenn ich nach den Versprechen gehe, habe ich in jeder Woche mindestens einen anderen Besucher aus der "alten Welt". Zum Spring Break jedoch mindestens fünf :-D.

Okay, das war mein allererstes Posting in einem Blog. Komisch. Jahrelang habe ich mich dem Tagebuch-Hype in der Schule widersetzt, nur um ihm jetzt in der "cooleren" Online-Variante nachzugeben. Wie heisst es so schön? Besser spät als nie! Das könnte eh ein gutes Motto für meinen Trip werden, da ich dort vermutlich der einzige Undergraduate mit einem "Ganz" und einem "Fast" abgeschlossenen Studium bin ^^.