Mittwoch, 29. September 2010

Amerikanische Kultur(2): Unabhängigkeit und Beer Pong

Richtig gelesen! Am vergangenen Wochenende gab es ein kontrastreiches Programm, das ich euch unter keinen Umständen vorenthalten möchte. Es ist ein ziemlich gutes Beispiel für ein typisches Wochenende eines Austauschstudenten an der BU.


Freitag Nachmittag:
Es schlagen in kurzer Reihenfolge drei Mails vom BUPD (Boston University Police Department, die Campuspolizei) ein. Offenbar sind zwei Studenten vor dem FitRec ihrer Mobiltelefone beraubt worden. Die Mail an sich ist ein echtes Highlight:
BU ALERT: There was an armed robbery at 915 Comm. Ave. Two victims were BU students and were robbed of their cell phones by two male suspects. No injuries and no weapon was shown. Suspects fled outbound on Comm. Ave. away from the area.
Ihr fragt euch jetzt berechtigt, wie denn ein bewaffneter Raubüberfall ohne Waffen aussehen mag. Darüber hinaus sollte ich erwähnen, dass diese Mail dreimal wortgleich an alle BU Studenten verschickt worden ist, was in Summe 105,000 Mails ergibt. Ruft da jemand "Spam"? 

Freitag Abend:  
Die "BU SENIOR TEQUILA 21+ PARTY" steht ins Haus. Gedacht zum Ausspannen für alle gestressten Studenten im letzten Bachelorjahr wurde in der Nähe des Baseballstadiums auf der Partymeile ein Club gekapert. Trotz tanzbarer Musik und massiv(!) vieler feierwütiger Leute wollte sich nicht so recht die Partystimmung einstellen. Entweder es lag an den massiven Wartezeiten beim Einlass, oder an den Preisen für die Getränke:
Tequila-Shots (2cl): US$ 7, Bud Lite (33cl): US$ 5.50.
Drinnen: Tobende Massen
Draussen die wartende Meute. Wir haben geschlagene 40 Minuten gewartet.


Das hatte jedoch auch sein Gutes: Denn so war ich am nächsten Morgen fit für das Kulturprogramm.  

Samstag:
Auf den Spuren des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges sind wir nach Lexington und Concorde aufgebrochen. Dort kam es zu den ersten Auseinandersetzungen der britischen Rotröcke und den amerikanischen Kolonisten. Beide Orte sind wirklich nett anzuschauen, reich an "authentischen" Gebäuden, Denkmälern und Info-Tafeln, die den geneigten Touristen auf die lokalen Besonderheiten aufmerksam machen. 


Schon komisch: Meine erste echte Quiche Lloraine. Und das nichtmal in Frankreich.
Stilvoll oder Geschmacklos? Ich konnte mich nicht entscheiden
 Natürlich kein Ausflug ohne Notfall: Auf dem Trail von Lexington nach Concorde haben wir uns aus unerfindlichen Gründen verlaufen. Der Wanderweg endete ganz plötzlich an einer stark befahrenen Straße und nach mehreren Stunden hatten wir auch nicht mehr so recht die Lust, umzukehren und im Wald umherzuirren. Also haben wir das einzige Gebäude vor Ort (schauriges Wohnhaus á la "Wrong Turn") näher inspiziert und sind dort nach mehrmaligem Klopfen von einem Ranger und dessen Frau in Empfang genommen worden. Nachdem wir unsere Situation kurz umrissen hatten, saßen wir auch schon im Geländewagen und wurden den Rest des Weges nach Concorde gefahren. Das allein hat uns schon überglücklich gemacht - noch besser wurde es aber, als Patricia ("Call me Pattie!") noch eine kleine Stadtrundfahrt mit uns gemacht hat.

Ich bezweifle, dass das in Deutschland so herzlich und zuvorkommend funktioniert hätte. 

Samstag Abend

Der Fencing Club hat seine erste Houseparty veranstaltet. Das Motto hieß "Fencers gone wild" und nach anfänglicher allseitiger Zurückhaltung hat es sich auch bewahrheitet: der Alkohol floss in Strömen und ich war etwas besorgt, als mir kurze Zeit später jemand die Vorzüge seiner 2.9 inch langen japanischen Klinge anpries. Es war gar nicht so sehr das Messer selbst, sondern die Art der Argumentation: (frei übersetzt: "Du musst beim Kauf darauf achten, dass die Klinge länger als 2 Inch ist. Sonst erwischst du keine lebenswichtigen Organe. Die hier ist übrigens 2.9 Inch").
Was macht man, wenn kein Korkenzieher im Haus ist?
Röschtöösch, Hals abschlagen! Da kann ich echt noch was dazu lernen ^^
Da sind sie wieder: Solo Cups (= die roten Plastebecher)
Auf jeder Hausparty wird übrigens "Beer Pong" gespielt. Ich habe zwar die Regeln erklärt bekommen, aber so richtig kapiert habe ich es auch beim zweiten Anlauf nicht. Das sollte sich aber auch als nicht besonders tragisch herausstellen, da das Spielprinzip vergleichsweise seicht ist und die "Strafe" fürs Verlieren dieselbe ist wie der Preis fürs Gewinnen: Der Griff zum Glas, bzw. Becher. 
Irgendwie geht es darum, mit einem Tischtennisball die Becher des anderen Teams zu treffen.

Die Becher und Tischtennisbälle gibt es übrigens in JEDEM Laden am Campus, egal ob Supermarkt, Drogerie oder Boston University - Fanartikelgeschäft. Die wissen schon, warum ;o).

Mein Sonntag sah dann auch dementsprechend aus: Die Hälfte des Tages habe ich verschlafen, die andere mit Kopfschmerzen in der Bibliothek gesessen und mich verzweifelt bemüht, mit meinen Assignments Schritt zu halten. 

Im nächsten Eintrag gibt es ein kleines Jubiläum und große Pläne!

Freitag, 24. September 2010

Amerikanische Kultur(?): Baseball!

Vergangene Woche war es also soweit: Ich konnte mir aus nächster Nähe einen Eindruck vom American Baseball verschaffen und – so viel sei schon verraten - Fußball ist besser!


Die Saison nähert sich ihrem Ende und traditionell ist das die Zeit, in der die Ticketpreise durchs Dach schießen. Zumindest bei allen Spielen der Teams, die in den Play-Offs sind und folglich eine Chance auf den Meistertitel haben. (Un)Glücklicherweise trifft das in diesem Jahr nicht auf die Boston Red Sox zu und die günstigsten Tickets gab es für ein Fünftel des Preises zu haben, d.h. $18 das Stück.

Auch wenn man im deutschen Fernsehen vielleicht schon mal das ein oder Andere Spiel gesehen hat: Die Flut von Regeln erschlägt einen schier! Erstaunlich: Kaum hört man keinen Kommentator aus dem Off weiß man gar nicht, was da eigentlich gerade passiert und für wen das jetzt „Gut“ ist. 
Wir hatten das große Glück, mit drei echten Baseball-Fans unterwegs zu sein, die nicht müde wurden, uns den ganzen Abend lang eine Einführung zu geben und nebenher das Spiel zu kommentieren. Der beste Vergleich lässt sich vermutlich zu einem Picknick ziehen:

 Es ist ein nettes Beisammensein von vielen Leuten, alle verdrücken unglaubliche Mengen Burger, Soda und Bier und eigentlich passiert die ganze Zeit nicht viel.
Während des Spiels wird so ziemlich alles verkauft, was geht:
Bier, Zuckerwatte, Clam Chowder, Bretzeln, Kaffee, ...
Auf dem Feld ist alle paar Minuten etwas los und in der Zeit dazwischen warten 17 Leute darauf, dass der Pitcher (=Werfer) den Ball wiederholt zum Batter (der Typ mit der Keule) wirft. Dafür bekommen sie dann jährlich $200.000 (absolutes Liga-Minimum). Wer in der Startformation steht, bekommt im Schnitt $2.000.000 und wer sogar noch gut ist, bis zu $8.000.000. Ich glaube, es gibt anstrengendere Wege zum Reichtum ;-).
Die Gang
Die Kulisse des Fenway Park ist allerdings phänomenal. Es ist das zweitälteste Stadion (1912) in den Vereinigten Staaten und daher ziemlich berühmt. Nach dem 7. Inning sprangen alle Zuschauer auf und haben sich zu über die Lautsprecher eingespielter Musik erst einmal gedehnt.Das scheint Tradition zu sein und wird bei jedem Spiel Baseball so gehandhabt. ^^



Noch besser wurde es dann nach dem achten Inning: Zu „Sweet Sweet Caroline“ von Neil Roberts fängt das Stadion an mit Tanzen und Singen/Gröhlen. In JEDEM Spiel. Unglaublich.


Insgesamt ein runder Abend! Dennoch werde ich vermutlich nicht noch einmal Tickets für ein Spiel kaufen. American Baseball ist einfach nicht mein Ding.

Celtics, Patriots: Here I come!

Fakt1: Die Länge einer Partie Baseball wird nicht zeitlich begrenzt, sondern durch bestimmte Aktionen. Wenn es mal hart auf hart kommt, dauert ein Spiel eben 5-6 statt 2 Stunden.

 Fakt2: Die Saison dauert etwas über 5 Monate und jedes Team spielt etwa 160 Spiele. Richtig, das heißt ggf. sind es auch mal 2 Spiele pro Tag!

Fakt3: Wenn ein Baseballteam richtig gut ist, haben sie am Ende der Saison eine Gewinnquote von 60-65%. Es kommt also nie zu einer echten „Dominanz“ von überbezahlten Legionärsmannschaften und der Underdog hat immer eine Chance.

Fakt4: Das Ergebnis an diesem Abend:
Boston Red Sox                1
Baltimore Orioles            9

Montag, 20. September 2010

Cambridge: MIT und Harvard

Die Boat Cruise sollte nur den  Auftakt zu einem erlebnisreichen Wochenende darstellen! Nach einer kurzen Nacht habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, den Tag in Cambridge zu verbringen und endlich einmal die geistigen Zentren Bostons zu besichtigen. Es ist schon etwas eigenartig, aber von meiner Unterkunft aus kann man das MIT schon sehen. Nichtsdestotrotz habe ich erst nach ein paar Wochen die Zeit gefunden, mir die Angelegenheit auch einmal aus der Nähe zu betrachten. 


 Um es vorweg zu nehmen: Viele Vorurteile und Gerüchte sind wahr. Ich habe vielerorts kleine Gruppen mit Frisbees spielen sehen und nahezu jeder auf dem Campus trug mindestens eine Klamotte mit einem Slogan/Motto des MIT drauf. Das wirkt als Außenstehender echt beeindruckend und wäre in Dresden vermutlich undenkbar. Die TU kann allerdings auch nicht mit Publikationen und einer Patentflut von Weltformat aufwarten ;-). In Anbetracht der wissenschaftlichen Bedeutung und der Reputation des MIT wirken die Gebäude nahezu profan:




Ich bin kurze Zeit später buchstäblich vor dem über das MIT-Museum gestolpert. Dort werden aktuelle Projekte und Forschungsschwerpunkte anschaulich und mit einfachen Mitteln erläutert. Dazu gehören u.A. Verhaltens-/Schwarmforschung und regenerative Energien – aber auch so praktische Dinge wie die Entwicklung eines neuen Raumanzuges für Astronauten.


Im Souvenirshop gab es dann noch echte Augenwischer. Wenigstens nehmen sie sich selbst nicht zu ernst ;o).


Mein weiterer Weg am Samstag führte mich dann direkt nach Harvard.


 Um es vorwegzunehmen: Die Studiengebühren liegen zwar mit 50.000 US$ p.a. (+Unterkunft, Verpflegung, Bücher, …) relativ hoch, das Flair am Campus hat jedoch nicht den geringsten Hauch von Snobismus oder Postmoderne. Der komplette Bereich könnte genauso dem Manchesterkapitalismus des letzten Jahrtausends entnommen sein: Roter Brick und ehrwürdige Gemäuer dominieren.




Im Gegensatz zur BU haben sie 'sogar' ein Football-Feld ;)
 

Der Campus selbst war, wie auf den Fotos zu sehen, vornehmlich von Touristen belagert. Studenten machen kleine Führungen und vermitteln Geschichte, Traditionen und Wissenswertes über die Universität. 
Kurze Anekdote zur Hauptbibliothek: Sie umfasst etwa 1,000,000 Bände auf Regalen von 80 km Länge. Werden nichtvorhandene Exemplare benötigt, veranlassen die Bibliothekare kostenfrei die Bestellung. Stellt sich dann heraus, dass von einem 2000-Seiten-Mammut nur 3-4 Seiten benötigt werden, scannen sie den Abschnitt und verschicken ihn einfach als *.pdf. Unkompliziert, schnell und Service auf allerhöchstem Niveau. Denkt dran, wenn ihr das nächste Mal in der Slub Schlange steht um eure Bücher am Automaten auszuleihen. ;-)

Achja. Hätte ich fast vergessen: Neulich gab es mal wieder eine waschechte amerikanische Hausparty mit Jelly Shots, billigem Bier, roten Plastebechern und „Jungle Juice“ (Wodka + Erdbeerlime: Höllisch süß und verdammt heftig). Der Dresscode hieß „Business“ – Blöderweise habe ich aber weder meinen Anzug noch irgendetwas in der Richtung mitgenommen.
Die Party konnte ich mir aber auch nicht entgehen lassen und so habe ich mir zwei Stunden vor der Party in einem 2nd Hand Laden den hässlichsten Anzug meines Lebens (zu breit und IN ROT!!) gekauft. Ein Hemd (zu klein) und eine Krawatte (zu kurz) haben das Bild dann noch vervollständigt. Alles zusammen für nur 13,00 US$.!

Das Resultat seht ihr hier:
Ich bin die Person in der Mitte ^^

Boston Bridges: Night Boat Cruise

Auf der Orientationweek wurden Flyer von Studentengruppen zu Tausenden verteilt. Da habe ich natürlich auch mehrfach zugegriffen. Bei den Einen aus Mitleid (Ihr wisst schon – solche verschrobenen Typen des „Space Club“, deren Zweck darin besteht, über das Weltall zu philosophieren. Ist euch zu langweilig? Das haben die Freshmen offenbar auch so gesehen ;)) und bei der ein oder anderen Gruppierung auch aus Interesse heraus.

Soviel zur Vorgeschichte. Letztlich bin ich dann am vergangenen Wochenende mit einigen Mädels auf einer nächtlichen Bootstour in und um die Bostoner Hafenbucht gelandet. Dort wurde neben Snacks, Musik und Tanz auch reichlich Gelegenheit geboten, Kontakte zu anderen Austauschstudenten und Einheimischen zu knüpfen. 

Funny fact: Die Meisten fragen mich gar nicht erst, woher ich komme – sie eröffnen das Gespräch mit „You must be German, right?“. Ob das jetzt an meinem Körperbau oder doch eher meinem Akzent liegt, lasse ich mal offen…

Hier die Fotos:









Dieselbe Uni-Gruppe organisiert in der kommenden Woche auch einen Besuch in „Fenway Park“, der Heimstätte der ‚Boston Red Sox‘. Die Leute scheinen sauber zu sein und Major League Baseball muss man auch mal gesehen haben. Mein Reiseführer lehnt sich sogar noch weiter aus dem Fenster:
National Geographic ist der Ansicht, dass der Fenway Park die beste Kulisse der gesamten Liga hat und die Stimmung dort alles Andere in den Schatten stellt.

Ich bin gespannt!

Samstag, 11. September 2010

Whaling! .. Err ..

Heute gab es meine ganz persönliche Episode von "The OldGerMan and the Sea"!

Mit einem Katamaran gings mit 16 Leuten auf einen vierstündigen Trip hinaus aus Boston Harbor zu einem Wal-Spot.
Boston Riverfront
Trotz eher mittelmäßigem Wellengang hat es genügt, die Mehrheit der Touristen zum Fischefüttern zu animieren. Auf eine dezidierte Fotodokumentation verzichte ich an dieser Stelle zugunsten der Leserschaft ;o). Jedenfalls hat uns das nach anfänglichen Schwierigkeiten auch zu einigen Walsichtungen verholfen. Zu sehen gab es vorrangig Buckelwale, die träge im Wasser hin- und hergebuckelt sind und sich gelegentlich zu einem Foto bereiterklärt haben.

Viel mehr gab es nicht zu sehen, auch wenn..
..sie zum Abschied gewunken haben.
Es ist schon eigenartig: Wenn man auf eine Walbeobachtungstour geht, erwartet man nach längerem Aufenthalt in den USA irgendwie, dass die ganze Zeit Action mit Flugeinlagen und atemberaubender Akrobatik geboten wird. Das dieses Konzept von Entertainment nicht ohne Weiteres auf die Meeresbewohner übertragbar ist, wurde uns dann erst auf dem Rückweg klar.

vom Winde gebeutelt,
von der Sonne verbrannt -
nicht übergeben
und dennoch charmant.
Das Motto "Meer" zog sich dann auch am weiteren Tag durch. An der Boston University gibt es die schöne Tradition, den Studenten in den Dining Halls einmal so richtig eine Freude zu bereiten. Da die Ostküste der USA und Neuengland im Besonderen für ihre Spezialitäten aus dem Meer berühmt sind, liegt die Menüwahl nahe:
ES GIBT LOBSTAH, BABY!
Auf dem Teller sah er noch harmlos aus - das Problem stellte sich erst beim Versuch, an das Innenleben dieses Getiers zu kommen.

Der Tisch ist sauber und das Lätzchen noch in einem Stück
 offenbar hatte ich hier noch nicht mit Essen angefangen..
Es ist nur schwer vermittelbar, wie sehr Etikette, Tischmanieren und Stil an diesem Abend durch rohe Gewalt ersetzt wurden.
Naja: der Lobster war ein Erlebnis und niemand musste hungrig nach Hause gehen. Nur die Speiseräume glichen hinterher einem Schlachtfeld und auch die eifrigen Putzkräfte hatten bis in den späten Abend hinein Probleme, der Situation Herr zu werden..

Vielleicht ist das der Grund, warum die Lobstah Night nur einmal im Semester zelebriert wird ;-).

Freitag, 10. September 2010

Clubs and (physical) education: a students life

Viel ist in der letzten Woche passiert. Der Beginn des Lehrbetriebes macht sich nicht zuletzt auch in einem sprunghaften Anstieg der Menschendichte auf dem Campus bemerkbar. Wo in der vorvergangenen Woche noch reichlich Platz in den Cafés war, drängeln sich nunmehr hunderte Kaffee- und Bageljunkies aller Couleur. Auch die Dining Halls und die öffentlichen Verkehrsmittel scheinen förmlich überzulaufen (..wer schon einschlägige Erfahrungen mit der Linie 61 gesammelt hat, weiß was ich meine). 

Da ich mich bei der Kursregistration ausnahmsweise zurückgehalten habe, sieht mein Stundenplan recht angenehm aus. Abgesehen von einem extrem verlängerten Wochenende (Freitag bis einschließlich Montag), muss ich nur 4mal so wirklich in die School of Management (SMG). Dabei sollte ich erwähnen, dass im Gegensatz zur bspw. TUD alle Wirtschaftswissenschaftler in einer anderen Fakultät sitzen. Die SMG beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Heranzüchten von Managernachwuchs und der Praxis der Wirtschaft. Theoretische Modelle und Betrachtungen werden anderen überlassen; wer das macht, konnte mir allerdings niemand so genau beantworten. ;-)
Blick in die Bibliothek
Die SMG selbst ist das modernste Gebäude am Campus und wäre im Financial District vermutlich besser aufgehoben als am Campus. Marmor überall, weitläufige Flure, hypermoderne Computerlabs und Starbucks im Gebäude sorgen für eine angenehme Lernumgebung. 
apropos: Financial District
Die Kurse selbst sind überraschend klein. Ich habe eine einzige Vorlesung (~180 Personen), sowie mehrere kleine Veranstaltungen (16-30 Personen). Dementsprechend hervorragend ist das Betreuungsverhältnis zwischen Professor (ich sollte eher sagen: Manager mit > 30 Jahren Berufserfahrung und beeindruckender Biografie) und Studenten. Nach nur einer Woche kannten alle die Namen jedes einzelnen Studenten. Beeindruckend! 
22 Studis, 1 Manager mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung
Die Räume sind mehr als überschaubar: Abducken von vornherein ausgeschlossen!
anderer Kurs im Computer Lab
Natürlich kommt auch die Leibesertüchtigung nicht zu kurz.
  1. Meinen Anwandlungen folgend, bin ich dem 'BU Fencing Club' beigetreten. Jetzt heißt es (bis zu) vier mal in der Woche für mehrere Stunden Beinarbeit, Säbeltechnik und Duelle trainieren. Ich hatte ja gar keine Ahnung, wie viel Spaß es macht mit Waffen aufeinander einzuhacken - vor allem, wenn man mit so einer göttlichen Größe, bzw. Reichweite gesegnet ist.
  2. Außerdem haben wir mit ein paar Leuten zusammen eine Art kleines Fußballteam gegründet. Es gibt hier eine eigene Liga für Hobbykicker in der 6vs6 auf einem Halbfeld mit Kunstrasen gekickt wird. Man munkelt, es gäbe am Ende des Semesters für die besseren Teams auch Pokale und Sachpreise. Davon sind wir aber noch weit entfernt: Mittwoch ist erstmal unser Auftaktspiel und wir sind schon hart am Trainieren. 
  3. Beim Browsen im Uninetz bin ich auf einen Sportkurs mit dem Namen "BootCamp Plus" gestoßen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe meine letzten Credits für die Anmeldung verwendet. Wie sich herausstellte, war das eine hervorragende Entscheidung.
    Der Coach ist ein echter Vorzeige-Ire und drillt die Belegschaft in Sachen Cardiotraining, Selbstverteidigung ("You know, out on the streets, people ain't that good of a fighter - so t'is what i wan'cha do") und Workout. Nur angeschrien wird man hier nicht ^^

Wenn ich es mir recht überlege, verbringe ich in der Woche deutlich mehr Zeit im FitRec als in der Fakultät. Naja, bin ja auch nicht zum Studieren hier ;-).

Morgen gehts zum Whale-Watching und am Abend wartet die Uni mit einer echten Festlichkeit auf uns. Dazu aber demnächst mehr, mit geeignetem Bildmaterial.

Achja, bevor ich es vergesse:
mehr als 50 Sorten Bier und keine, die schmeckt!
Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich deutsches Bier vermisse. Und damit meine ich Bier, nicht etwa Becks. Diese Mädchenplörre gibts hier auch, aber so tief werde ich nicht sinken.