Samstag, 21. Mai 2011

Dies ist das Ende!

Lieber Leser, danke für deine Treue...
Es wird jedoch keine neuen Postings mehr geben.

home, sweet home (?)

.. und bevor du dich versiehst, ist die Zeit auch schon 'rum.

die Zeit der großen Abschiede in Boston war doch recht heftig: Schon komisch, einander anzusehen und trotz aller Schwüre und Versprechen irgendwie zu ahnen, dass man wahrscheinlich eben doch (erstmal) nicht nach Japan/Ecuador/Singapur/Australien/Boston/Frankreich kommen wird. Wie auch immer: es bleibt ja noch Facebook!

Von dieser Aufzählung ganz ausdrücklich ausnehmen möchte ich Italien. Zuverlässige Quellen berichten, dass Anfang Juli eine echt italienische Hochzeit ansteht, zu der ich unvermittelt eine Einladung bekommen habe. und NEIN, ich bin NICHT der Hauptgast ;-).

Hat jemand die Bücher von Jan Weller gelesen? (von einem Deutschen der in eine italienische Großfamilie geworfen wird - tränenreiche Lacher garantiert: "Maria, ihm schmeckt es nicht" und "Antonio im Wunderland").
Ich würde ja gern wissen, ob sich das wirklich so verhält ^^.

AA: American Airlines Always Awful

Mein Rückflug nach Deutschland erfüllte dann meine Erwartungen, will sagen: utter failure!
Mit der Erinnerung an Weihnachten in London '10 bin ich ans Gate gekommen, nur um dann festzustellen dass ich wegen der Verspätung meines American Airlines - Fluges alle Anschlussflüge (in NewYork und Düsseldorf) verpassen würde.

Die Mitarbeiterin von AA hat mir dann angeboten, mich auf einen späteren Lufthansa(!) Flug umzubuchen. Also wieder raus aus dem Sicherheitsbereich, rein in den Bus und zum nächsten Terminal gefahren. Dort ging es dann richtig ab: der LH Ticketcounter hatte keine Buchung auf meinen Namen, weil die Leute von AA ihrem Ruf gerecht werden wollten. Zwar war mein Name irgendwie im System vorhanden - allerdings war ich auf keinen Flug gebucht. Die Maschine nach Frankfurt wiederum war bis auf 6 Sitzplätze komplett voll und es war bis zum Boarding noch nicht klar, ob ich als Stand-By mitfliegen würde können. Ihr könnt euch vorstellen, wie spannend das war ^^.

Achja: im gleichen Atemzug erfuhr ich, dass das System nicht mehr wisse, wo sich mein Gepäck gerade befand. Deja-vu?

Letzten Endes habe ich dann meinen Platz in der Maschine bekommen und auch mein Gepäck fand sich wieder an. Ironischerweise waren es allerdings die ersten Teile, die auf dem Förderband aus den Untiefen des Dresdner Flughafens erschienen. Sieht mir irgendwie danach aus, als ob irgendjemand die in "letzter Minute" ins Flugzeug geknallt hat. ^^

Naja. Lufthansa saved my day. Ich sollte wirklich darüber nachdenken, bei denen mal ein Praktikum zu machen .. oh .. achja ^^.

<3 Boston

Seufz. Beim Abflug lag die Stadt in dicken Nebel gehüllt. Fast gnädig - so war es weit weniger traurig. Denn was waren das für geile 8 Monate. Falls ihr noch einmal irgendwann in die Situation kommt, ein oder mehrere Semester im Ausland zu verbringen, fühlt euch herzlich ermutigt das zu tun.
Die Einstiegshürde (Formalitäten!!) mag enorm sein - aber ist diese erstmal genommen, ergibt sich alles Weitere, (fast) ohne Zutun!

Was das Bloggen angeht, finde ich nach wie vor dass das ein zweischneidiges Schwert darstellt. Einerseits ist es so echt supereinfach eine große Community an den Erlebnissen teilhaben zu lassen. Andererseits stellt sich das spätestens als "komisch" heraus, wenn man nach Hause kommt und gar nichts mehr erzählen kann - weil alle schon bestens informiert sind! Kein klassisches Storytelling oder Bilderabende; alles längst ein alter Hut. Das hatte ich vorher gar nicht so bedacht ^^.

Auch wenn ich nie ein Tagebuch hatte, mir hat es sehr viel Spaß gemacht euch gelegentlich einen kleinen Eindruck meiner Erlebnisse zu vermitteln. Vieles ist mir erst beim Schreiben so richtig klar geworden - und letztlich habe ich jetzt auch in ferner Zukunft noch etwas zum Schmunzeln.

Keine schlechte Sache, oder?

Wir seh'n uns!




Apropos sehen.. Kaum bin ich zurück in Deutschland und freue mich auf deutsches Bier und deutsche Küche, finde ich auf dem Dixieland-Festival echt amerikanische "Monstrositäten", nur um ein Vielfaches größer:

Achtet auf die Größenverhältnisse .. Die Teile sind größer als mein Kopf!!!
 Website-Statistiken


Ich habe jetzt am Ende der Lebensdauer dieses Blogs mal etwas in den Seitenstatistiken gewühlt und möchte euch das natürlich nicht vorenthalten. In der ganzen Zeit habt ihr:
  • mehr als 3000 Mal auf das Blog geklickt (Danke!)
  • die Seite mit verschiedensten Geräten und Betriebssystemen besucht (mich würde echt interessieren, wer sich da mit Linuxrechnern quält oder von wem die Zugriffe aus UK sind. Bei allen Anderen habe ich so meinen Verdacht :o))
  • den Beweis erbracht, dass Apple-Nutzer eine diskriminierungswürdige Minderheit sind! (75 Zugriffe)
  • meistens die Links von Facebook und/oder StudiVZ benutzt um auf die Seite zuzugreifen
  • versehentlich(!) das Posting "Thanksgiving Pt.2: Roadtrippin'" (Stichwort: Besuch in Raleigh) fast doppelt so oft angeklickt wie das Zweitbeliebteste. Gibt es hier etwa einen Paul - Fanclub? ^^

Mittwoch, 18. Mai 2011

New York: Final Visit

Mannmannmann.. Da schaue ich doch so ganz zufällig durch die Sammlung all meiner Bilder und stelle fest, dass ich euch noch die Story von meinem dritten (und vermutlich vorerst letzten) Besuch in New York schuldig bin. Also, keine Zeit vergeudet und mitten hinein ins Vergnügen!

Wie gehabt sind wir vor einiger Zeit an einem Freitag morgen mit dem "Nachtbus" nach New York aufgebrochen. Die erste Aufregung gabs bei der Frühstückspause, die jedesmal stilecht bei McDonalds eingelegt wird. Blöderweise haben sich wohl einige Reisende mit dem Frühstück etwas Zeit gelassen und der Busfahrer (chinesischer Herkunft) war etwas ungeduldig. Also fuhr er mit halb besetztem Bus an und steuerte auf den Highway zu. Plötzlich sprangen Reisende auf und stürmten auf ihn ein, dass er doch nicht einfach die Leute an der Raststätte zurücklassen könne.
Er meinte lapidar "they can take the next bus in an hour" und fuhr auf. Das schmeckte leider keinem so richtig und nach wüstesten Schimpftiraden (in Englisch, Ghetto und Chinesisch) kehrte er an der nächsten Abfahrt um und fuhr wieder zurück. Es hätte mich ja schon interessiert, was mit dem Gepäck passiert wäre O.o.

In New York angekommen haben wir erstmal einen schönen Rundgang durch Manhattan, d.h. Lower Eastside, Soho, Noho und Nolita gemacht. Dabei sind ein paar Schnappschüsse entstanden, die NY von einer mir bisher unbekannt entspannten Seite zeigen.

Ich meine ja gehört zu haben, dass die Suche nach Erleuchtung die Meditation unter einem LOTUS-Baum erfordert. ^^
Das "Flatiron-Building" (=Bügeleisengebäude)
Am späteren Nachmittag konnten wir dann unsere Unterkunt in Harlem beziehen. Was von der Straßenfront her wie eine mittelmäßige Absteige aussah, entpuppte sich nach Durchquerung diverser Sicherheitsschleusen als ein enorm luxuriöses und großzügiges Mietappartment.. Wir waren spontan begeistert und wollten gar nicht wieder gehen. (Der Hunger trieb uns jedoch später raus und wir sind - einer Reiseführerempfehlung folgend - senegalesisch essen gewesen. Großartig!)

der Typ gehörte nicht zur Ausstattung btw
 Am frühen Samstag sind wir nach "Coney Island" aufgebrochen, einem der ersten amerikanischen Vergnügungsparks an der Südspitze von Brooklyn. Dort gab es neben Fahrgeschäften, Zuckerwattebuden, Riesenrädern und diesem ganzen Kram auch die Geburtsstätte einer echt amerikanischen Abscheulichkeit zu bestaunen.
"Nathan's" ist eine riesige Hotdog-Bude die einmal jährlich zum Unabhängigkeitstag einen Hot-Dog Fressbewerb abhält. Ich habe mal gehört, dass der Trick darin besteht, in den zur Verfügung stehenden 5 Minuten alle Hotdogs vor dem Verzehr erst in Softdrinks (=Sprite) einzuweichen, damit sie besser rutschen. Disgusting ?!

Die Preisträger und ihre Leistungen gibts am oberen Bildrand ausschnittsweise zu bestaunen.
Der Rekord von 2010 liegt allerdings schon bei 68.
Braucht eigentlich keinen Kommentar ^^
Coney Island steht leider nicht mehr lange - die Stadt hat wohl Pläne, den alten Park rückzubauen und das Gelände für einen neuen, größeren und moderneren Vergnügungspark am Strand freizugeben. Schade, denn die Stimmung und Atmosphäre sind definitiv einen Besuch wert!
Farewell, Coney Island.
Im Hintergrund gibts noch große Mietshäuser zu sehen - ala "GDR".
Den verbleibenden Tag haben wir dann dazu genutzt, uns zu sonnen und Manhattan aus der Ferne zu genießen.

New York hat gerade im vergangenen Jahr eine neue Attraktion hinzugewonnen, den "Highline Park". Darunter könnt ihr euch ein Stück stillgelegte überirdische Metrostrecke vorstellen, die über Spenden und Fördermittel zu einer Art Naherholungsgebiet umgebaut worden ist. Klingt ziemlich verrückt, ist dafür aber in NY perfekt aufgehoben. Hier ein paar Eindrücke:



Den Sonntag haben wir dann im Central Park verbracht. Sonnenschein und sommerliche Temperaturen haben förmlich dazu eingeladen. Dort gab es dann Livemusik, "Kinderanimation" und mehr Schnappschüsse.

"Livemusik"
"Kinderanimation"
.. und Schnappschüsse!
Als pflichtbewusster Verkehrswirt durfte ich mir natürlich auch die Grand Central Station nicht entgehen lassen. Einer der größeren Bahnhöfe in New York und, auch durch viele Filme bekannt, ist uns v.a. der fiese stickige Geruch und die abnorme Verwinkeltheit in Erinnerung geblieben. Nicht alles ist so schön wie die große Halle.. :o)
Am Rand war auch Kunst und so .. bestimmt
Damit schließt sich das Kapitel New York vermutlich erst einmal. Wer noch nicht die Gelegenheit hatte und es sich gern ansehen möchte: Ich kann da eine echt geniale Unterkunft in Harlem und großartige Restaurants / Bäckereien (Chinatown!!) empfehlen. ^^

Dienstag, 26. April 2011

Happy Easter, everyone!

Wer hätte gedacht, dass das Osterfest in den Staaten sich so sehr von dem Europäisch-Deutschen Variante unterscheidet? Statt gefärbten Eiern und Osterbraten hat sich in Anbahnung des Wochenendes eigentlich der komplette Einzelhandel auf Schokolade, Candy, Marshmallow-Osterhasen ("Peeps") und zuckrige Zuckerprodukte umgestellt. Geschmacklich ergänzend dazu gabs enorme Rabatte auf Coke. Naaaaja.

Nicht im Bild und doch überall: M&Ms, Reese's, Oreo's, Twix, ...
Umso größer war die Freude, als ein paar Arbeitskollegen von Betta uns zu einer kleinen Osterfeier eingeladen haben. Im multinationalen Kreis (in alphabetischer Reihenfolge: Brasilien, China, Deutschland, Italien, Russland und/oder verwandte Staaten und USA) gab es in geselliger Runde doch noch ein paar "echte" Ostereier.

und jetzt ratet, wessen Osterei wieder aus der Reihe tanzt ^^
(Vielen Dank an Lina für die tollen Fotos!)
Außerdem hat noch jeder eine typische Osterspezialität aus dem eigenen Land mitgebracht, so dass wir (einmal mehr) mit Unmengen von großartigen Gerichten konfrontiert wurden. Die Bilder werden dem sensationellen Geschmack zwar nicht gerecht - vermitteln aber einen ganz guten Eindruck von dem allgemeinen Chaos ;o)

 
 

 So ein BIßCHEN amerikanisch war's am Ende dann doch: Essen wollte die Eier letztlich nämlich niemand ^^.

Frohe Ostern euch Allen!

April zum Dritten: .. bis hin zu Kranich und Gartenschlauch.

Es ist nicht nur so, dass Paul geniales Wetter und ein Shirt von den North Carolina Tarheels für mich dabeihatte - ganz offensichtlich bringt er auch noch verdammt viel Glück.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich schon zunehmend mit dem Gedanken herumschlagen müssen, bald wieder die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Trotz einer Vielzahl an Praktikumsbewerbungen hatte sich bis dato nichts ergeben und selbst eine formale Absage war eigentlich eher die Ausnahme - so gute Manieren hatten nur wenige Unternehmen. Ich frage mich ernsthaft, was die mit den ganzen Bewerbungen überhaupt machen.!

Kaum war Paul dann gelandet, hatte sich die Lufthansa auf eine meiner Bewerbungen gemeldet und bat zum Telefoninterview. Also flugs eine Lösung mit VoIP gebastelt und mitten rein in die Konferenzschaltung mit 5 Leuten. Während der Großteil des Gesprächs weitestgehende Routinefragen zu CV, Motivation und Erwartungen waren, bekam ich kurz vor Schluß dann auch einen Brainteaser (KLICK) vorgelegt bekam:

Wie viele Meter Gartenschlauch werden in Deutschland in einem Jahr verkauft?

Ganz schlecht gelaufen kann es nicht sein, denn ab Ende Mai diesen Jahres werde ich offiziell mein Praktikum in bei der Lufthansa in Frankfurt antreten!!

Ich kann mein Glück kaum fassen, denn es geht in die Abteilung Airline Verbund, Allianzen und Kooperationen. Da werde ich mich dann intensiv mit (statistischer) Datananalyse, Excel (Visual Basic), Powerpoint und Projektarbeit im Bereich Luftfahrt-Passage auseinandersetzen. Komisch, wie sich manchmal alle losen Ende zusammenfügen und sich eine Gelegenheit bietet, von der man nicht wusste dass sie existiert.

Kleiner Wermutstropfen: Kaum hatte ich die Stelle verbindlich zugesagt, meldeten sich in kurzer Reihenfolge noch LH Hamburg und Shell mir "starkem Interesse an meinem Profil" bei mir. Naja - zu spät!

Ich würde definitiv JEDEM empfehlen, Paul mal auf einen mehrtägigen Besuch einzuladen! :-)

Um es nochmal dauerhaft festzuhalten: Ich lande am 18. Mai in Dresden und werde bereits am darauffolgenden Sonntag (22.5.) nach Frankfurt umziehen. Also, haltet euch die Tage frei! ^^

Mittwoch, 20. April 2011

April zum Zweiten: .. über Paul und zwei Marathons am selben Tag ..

Nachdem ich im vergangenen Jahr Paul in Raleigh (North Carolina) einen Besuch abstatten konnte, ist er am vergangenen Wochenende auch endlich der Einladung nach Boston gefolgt. Das ganze Vorhaben stand diesmal unter einem etwas besseren Stern als der Besuch von Roland vor ein paar Wochen: Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein haben die Stadt im besten Licht präsentiert. Keine Ahnung, ob's an meinen Gästen lag. ;-)


Das Standardprogramm aus Freedom Trail, North End, Chinatown und BU Campus habe ich ja schon die letzten Male ausführlich beschrieben. Neu war allerdings dass wir uns kurzentschlossen einen Mietwagen organisiert haben und knapp hundert Meilen nach Süden gefahren sind - nach Provincetown / Cape Cod. Eigentlich sollten wir für diesen Trip 5 Leute sein, aber wegen akuter Ausfallerscheinungen zweier Teilnehmer am morgen nach einer epischen Kneipennacht sind wir mit Betta zu dritt aufgebrochen.

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Auf dem Weg dorthin haben wir noch in Plymouth halt gemacht. Das ist das Nest, in dem gerüchtehalber die Pilgerväter mit der Mayflower II um 1620 gelandet sind. Gerüchtehalber sage ich deshalb, weil wir auf diesem Trip ganz verschiedene Versionen dieser Geschichte gehört haben. Während es mal 30, mal 100 und mal gar 120 Siedler waren, sind sie gemäß einer Version der Geschichte in Plymouth gelandet und mal in Provincetown. Selbst die Jahreszeit wird mit Juni und November unterschiedlich angegeben. Es drängte sich der starke Verdacht auf, dass da verschiedene Nester verzweifelt um die Gunst der Touristen buhlen und die eigene dröge Vergangenheit zugunsten einer glamouröseren Geschichte etwas "aufgehübscht" haben.
Naja, wie auch immer: Irgendwann ist jedenfalls irgendwer hier in der Nähe gelandet (oder so). Darin waren sich alle einig - und das ist ja auch schon was!

Plymouth Rock, der Fels auf den die Pilgrims (angeblich) zu aller erst den Fuß in die neue Welt gesetzt haben. Eigenartig nur, dass das die ersten 100 Jahre nach der Landung niemanden interessiert hat und also auch nicht mehr bewiesen werden kann. ;-)
Die Geschichte um den Stein ist auch einen Lacher wert: Im beginnenden 18. Jahrhundert sollte der Stein vor der Witterung in Sicherheit gebracht werden. Beim Abtransport hat aber leider jemand gefailt und so ist der Brocken in zwei Teile zerbrochen, die viel später wieder gekittet und ausgestellt worden sind.
In jedem anderen Land der Welt wäre das peinlich - in den Staaten wird es stolz zur Schau gestellt :-D.

Sportlich, Sportlich: Doppelmarathon am Montag

Zufällig hatte sich Paul für seinen Besuch nämlich das Wochenende vom "Patriot's Day" herausgepickt. Das wäre jetzt nur halb so spannend, wenn das nicht der Montag des Boston Marathon gewesen wäre. 25,000 registrierte Läufer sind morgens gegen 10 Uhr 26 Meilen zum ältesten Marathon der Welt (lässt man die eigentliche Herkunft aus) aufgebrochen. Dem folgten noch viele weitere nicht-registrierte Freizeitläufer, die entweder keinen Startplatz mehr ergattern konnten oder die Zeitanforderung im Vorfeld nicht erfüllen konnten. Wer nämlich regulär teilnehmen will, muss einen Qualifikationsmarathon in weniger als 03:40h absolvieren. Ziemlich straff!

der erste Läufer .. nein, auf der linken Seite!
Die Seiten wurden von Zehntausenden Besuchern gesäumt, frenetischer Jubel inklusive

am Zieleinlauf ging dann gar nix mehr
Ankunft am Copley Plaza, in der Mitte der Stadt
Apropos straff: Während die Läufer sich sportlich verausgaben, veranstaltet die Stundentschaft kollektiv einen eigenen SLaufmarathon. Trotz stärkster Polizeipräsenz hat fast jeder einen "Kaffee-"Becher (Wahlweise SBux oder DD) in der Hand und versorgt sich selbst mit 'Refills'. Das ist besonders anspruchsvoll, weil es bereits am frühen Morgen, also gegen 10 Uhr, beginnt.
Wir haben uns jedenfalls wacker geschlagen, auch wenn es nicht bis zum Treppchen gereicht hat!

Es wurde übrigens ein neuer inoffizieller Weltrekord aufgestellt - der erste Läufer erreichte das Ziel nach sagenhaften 2 Stunden und drei Minuten. Do the math - er ist im Schnitt(!) 20.5 km/h schnell gelaufen.

Ich glaube, die Studentenschaft hatte allerdings mehr Spaß. ;-)

April zum Ersten: Von Hexen und Clubs...

Achja richtig, das Blog. Nachdem sich in den vergangenen 4 Wochen wieder einige Dinge ereignet haben, sollt ihr davon natürlich nicht verschont bleiben! Ich will mal versuchen, das in wenigen Worten und mit ein paar Bildern zu umreißen.

Salem / Newburyport

Einer unserer Wochenendtrips führte Betta und mich vor kurzem ein gutes Stück aus Boston heraus. Bei traumhaft schönem Sommerwetter (und einer eisigen Brise) haben wir uns in einem alten Fischerstädtchen einquartiert und uns die Sonne aufs Gemüt scheinen lassen. Ein guter Teil der Küste in der näheren Umgebung sind als "die Künstlerkolonien" bekannt. Das äußert sich dann in einer Vielzahl von Atéliers, winzigen Cafés und seltsam gebürsteten Typen, die mit um-die-Schulter-geschlungenen Burberry-Pullovern umherstolzieren. Naja. ;-)
Wohl gefühlt haben wir uns dennoch - auch wenn ich in Salem (KLICK) ob der roten Haare etwas Angst um Betta hatte.

da lacht sie noch ^^
Generell wird in der Region sehr viel Kommerz um die ursprüngliche Besiedlung, Segelschifffahrt und Fischerei gemacht. In einem Bild:

fast wie die Gorch Fock.. Nur ohne die sexuelle Belästigung
Im Peabody Essex Museum gab es eine ziemliche Rarität zu bestaunen; dorthin wurde ein komplettes Haus aus der chinesischen Provinz des 18. Jhd. exportiert, d.h. Ziegel für Ziegel für Ziegel abgebaut, verpackt, verschifft und wieder zusammengefügt. Das ganze Unternehmen dauerte um die sechs Jahre und war die Mühe definitiv wert: Mein persönlicher Favorit war mit "Child Caretaker" übersetzt: Ein hölzerner Zylinder von etwa 1.30m Höhe, in den das liebe Balg bis zur Brust hineingesteckt wurde, damit es die Eltern nicht von der Hausarbeit ablenkt. Wahlweise gab es das Teil auch noch mit Wärmeinrichtung, falls es mal länger dauert.

Leider bin ich beim Versuch des Fotografierens fast aus der Ausstellung geflogen und habe es ab dann lieber nicht nochmal versucht.

BUAF .. Gesundheit!

Da mir dank geschickt gewähltem Stundenplan nicht so besonders viel Stress seitens von Vorlesungen und Lernen anstand, konnte ich meine Zeit in wichtigere Dinge investieren. Vor einiger Zeit schon einmal angekündigt, möchte ich Euch jetzt endlich vom "Boston University Ameropean Forum" berichten.

Wir, das sind Helene (studiert Internationale Beziehungen in Paris, Präsidentin), Sarah (studiert Geschichte in Genf, Schatzmeisterin [insert geopolitischen Witz über Schweizer Nummernkonten here]), Dani (studiert Mathematik in Madrid, Secretary) und meiner Person als Vizepräsident.  
 
Der Zweck des ganzen Vereins besteht im Wesentlichen darin, mit der Studentenschaft in Dialog zu kommen und etwas Aufklärungsarbeit zu leisten. In vielen Vorlesungen ist aufgefallen, dass stellenweise verdrehte Ansichten [KLICK] zum Thema Europa kursieren und sich niemand wirklich die Mühe gemacht hat, das mal richtig zu stellen. Umgekehrt wollen wir aber auch unsere eigene Vorstellung von Europa zur Diskussion stellen. Schon in kleiner Runde hat sich gezeigt, dass Welten zwischen Wahrnehmung von innen und außen liegen.

Also haben wir uns als studentische Vereinigung von der BU anerkennen lassen und werden jetzt mit Geldmitteln und freier Raumnutzung gefördert. Wir mussten u.A. eine eigene Verfassung/Charta einreichen und Fürsprecher seitens der Universität gewinnen. Es stellt sich die Frage, ob sich der ganze Aufwand als überzogen herausstellt; schließlich verlassen die Letzten von uns Boston zum Ende Mai. Wir werden es herausfinden!


Bei der Aufgabenverteilung habe ich mir dann die angenehmsten Teile unter den Nagel gerissen: Präsentationen klicken und Flyer basteln. Mal wieder zeigt sich, dass PAUL einem da einen fast uneinholbaren Kenntnisvorsprung verschafft. Kaum hat man mal etwas anderes in der Präsentation als SmartArt, kommt die Meute nicht mehr aus dem Staunen heraus. Die kollektive Hyperventilation bei Prezi [KLICK] ist die Mühe jedes Mal wert ;-).

Mal sehen, was wir in den letzten Wochen des Semesters noch auf die Beine gestellt bekommen!