Mittwoch, 20. April 2011

April zum Zweiten: .. über Paul und zwei Marathons am selben Tag ..

Nachdem ich im vergangenen Jahr Paul in Raleigh (North Carolina) einen Besuch abstatten konnte, ist er am vergangenen Wochenende auch endlich der Einladung nach Boston gefolgt. Das ganze Vorhaben stand diesmal unter einem etwas besseren Stern als der Besuch von Roland vor ein paar Wochen: Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein haben die Stadt im besten Licht präsentiert. Keine Ahnung, ob's an meinen Gästen lag. ;-)


Das Standardprogramm aus Freedom Trail, North End, Chinatown und BU Campus habe ich ja schon die letzten Male ausführlich beschrieben. Neu war allerdings dass wir uns kurzentschlossen einen Mietwagen organisiert haben und knapp hundert Meilen nach Süden gefahren sind - nach Provincetown / Cape Cod. Eigentlich sollten wir für diesen Trip 5 Leute sein, aber wegen akuter Ausfallerscheinungen zweier Teilnehmer am morgen nach einer epischen Kneipennacht sind wir mit Betta zu dritt aufgebrochen.

Was nicht passt, wird passend gemacht!

Auf dem Weg dorthin haben wir noch in Plymouth halt gemacht. Das ist das Nest, in dem gerüchtehalber die Pilgerväter mit der Mayflower II um 1620 gelandet sind. Gerüchtehalber sage ich deshalb, weil wir auf diesem Trip ganz verschiedene Versionen dieser Geschichte gehört haben. Während es mal 30, mal 100 und mal gar 120 Siedler waren, sind sie gemäß einer Version der Geschichte in Plymouth gelandet und mal in Provincetown. Selbst die Jahreszeit wird mit Juni und November unterschiedlich angegeben. Es drängte sich der starke Verdacht auf, dass da verschiedene Nester verzweifelt um die Gunst der Touristen buhlen und die eigene dröge Vergangenheit zugunsten einer glamouröseren Geschichte etwas "aufgehübscht" haben.
Naja, wie auch immer: Irgendwann ist jedenfalls irgendwer hier in der Nähe gelandet (oder so). Darin waren sich alle einig - und das ist ja auch schon was!

Plymouth Rock, der Fels auf den die Pilgrims (angeblich) zu aller erst den Fuß in die neue Welt gesetzt haben. Eigenartig nur, dass das die ersten 100 Jahre nach der Landung niemanden interessiert hat und also auch nicht mehr bewiesen werden kann. ;-)
Die Geschichte um den Stein ist auch einen Lacher wert: Im beginnenden 18. Jahrhundert sollte der Stein vor der Witterung in Sicherheit gebracht werden. Beim Abtransport hat aber leider jemand gefailt und so ist der Brocken in zwei Teile zerbrochen, die viel später wieder gekittet und ausgestellt worden sind.
In jedem anderen Land der Welt wäre das peinlich - in den Staaten wird es stolz zur Schau gestellt :-D.

Sportlich, Sportlich: Doppelmarathon am Montag

Zufällig hatte sich Paul für seinen Besuch nämlich das Wochenende vom "Patriot's Day" herausgepickt. Das wäre jetzt nur halb so spannend, wenn das nicht der Montag des Boston Marathon gewesen wäre. 25,000 registrierte Läufer sind morgens gegen 10 Uhr 26 Meilen zum ältesten Marathon der Welt (lässt man die eigentliche Herkunft aus) aufgebrochen. Dem folgten noch viele weitere nicht-registrierte Freizeitläufer, die entweder keinen Startplatz mehr ergattern konnten oder die Zeitanforderung im Vorfeld nicht erfüllen konnten. Wer nämlich regulär teilnehmen will, muss einen Qualifikationsmarathon in weniger als 03:40h absolvieren. Ziemlich straff!

der erste Läufer .. nein, auf der linken Seite!
Die Seiten wurden von Zehntausenden Besuchern gesäumt, frenetischer Jubel inklusive

am Zieleinlauf ging dann gar nix mehr
Ankunft am Copley Plaza, in der Mitte der Stadt
Apropos straff: Während die Läufer sich sportlich verausgaben, veranstaltet die Stundentschaft kollektiv einen eigenen SLaufmarathon. Trotz stärkster Polizeipräsenz hat fast jeder einen "Kaffee-"Becher (Wahlweise SBux oder DD) in der Hand und versorgt sich selbst mit 'Refills'. Das ist besonders anspruchsvoll, weil es bereits am frühen Morgen, also gegen 10 Uhr, beginnt.
Wir haben uns jedenfalls wacker geschlagen, auch wenn es nicht bis zum Treppchen gereicht hat!

Es wurde übrigens ein neuer inoffizieller Weltrekord aufgestellt - der erste Läufer erreichte das Ziel nach sagenhaften 2 Stunden und drei Minuten. Do the math - er ist im Schnitt(!) 20.5 km/h schnell gelaufen.

Ich glaube, die Studentenschaft hatte allerdings mehr Spaß. ;-)

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