Freitag, 24. September 2010

Amerikanische Kultur(?): Baseball!

Vergangene Woche war es also soweit: Ich konnte mir aus nächster Nähe einen Eindruck vom American Baseball verschaffen und – so viel sei schon verraten - Fußball ist besser!


Die Saison nähert sich ihrem Ende und traditionell ist das die Zeit, in der die Ticketpreise durchs Dach schießen. Zumindest bei allen Spielen der Teams, die in den Play-Offs sind und folglich eine Chance auf den Meistertitel haben. (Un)Glücklicherweise trifft das in diesem Jahr nicht auf die Boston Red Sox zu und die günstigsten Tickets gab es für ein Fünftel des Preises zu haben, d.h. $18 das Stück.

Auch wenn man im deutschen Fernsehen vielleicht schon mal das ein oder Andere Spiel gesehen hat: Die Flut von Regeln erschlägt einen schier! Erstaunlich: Kaum hört man keinen Kommentator aus dem Off weiß man gar nicht, was da eigentlich gerade passiert und für wen das jetzt „Gut“ ist. 
Wir hatten das große Glück, mit drei echten Baseball-Fans unterwegs zu sein, die nicht müde wurden, uns den ganzen Abend lang eine Einführung zu geben und nebenher das Spiel zu kommentieren. Der beste Vergleich lässt sich vermutlich zu einem Picknick ziehen:

 Es ist ein nettes Beisammensein von vielen Leuten, alle verdrücken unglaubliche Mengen Burger, Soda und Bier und eigentlich passiert die ganze Zeit nicht viel.
Während des Spiels wird so ziemlich alles verkauft, was geht:
Bier, Zuckerwatte, Clam Chowder, Bretzeln, Kaffee, ...
Auf dem Feld ist alle paar Minuten etwas los und in der Zeit dazwischen warten 17 Leute darauf, dass der Pitcher (=Werfer) den Ball wiederholt zum Batter (der Typ mit der Keule) wirft. Dafür bekommen sie dann jährlich $200.000 (absolutes Liga-Minimum). Wer in der Startformation steht, bekommt im Schnitt $2.000.000 und wer sogar noch gut ist, bis zu $8.000.000. Ich glaube, es gibt anstrengendere Wege zum Reichtum ;-).
Die Gang
Die Kulisse des Fenway Park ist allerdings phänomenal. Es ist das zweitälteste Stadion (1912) in den Vereinigten Staaten und daher ziemlich berühmt. Nach dem 7. Inning sprangen alle Zuschauer auf und haben sich zu über die Lautsprecher eingespielter Musik erst einmal gedehnt.Das scheint Tradition zu sein und wird bei jedem Spiel Baseball so gehandhabt. ^^



Noch besser wurde es dann nach dem achten Inning: Zu „Sweet Sweet Caroline“ von Neil Roberts fängt das Stadion an mit Tanzen und Singen/Gröhlen. In JEDEM Spiel. Unglaublich.


Insgesamt ein runder Abend! Dennoch werde ich vermutlich nicht noch einmal Tickets für ein Spiel kaufen. American Baseball ist einfach nicht mein Ding.

Celtics, Patriots: Here I come!

Fakt1: Die Länge einer Partie Baseball wird nicht zeitlich begrenzt, sondern durch bestimmte Aktionen. Wenn es mal hart auf hart kommt, dauert ein Spiel eben 5-6 statt 2 Stunden.

 Fakt2: Die Saison dauert etwas über 5 Monate und jedes Team spielt etwa 160 Spiele. Richtig, das heißt ggf. sind es auch mal 2 Spiele pro Tag!

Fakt3: Wenn ein Baseballteam richtig gut ist, haben sie am Ende der Saison eine Gewinnquote von 60-65%. Es kommt also nie zu einer echten „Dominanz“ von überbezahlten Legionärsmannschaften und der Underdog hat immer eine Chance.

Fakt4: Das Ergebnis an diesem Abend:
Boston Red Sox                1
Baltimore Orioles            9

2 Kommentare:

  1. Hey du Sportfreak^^
    auch wenn es nicht dein Ding ist, aber du hast es mal gesehen.

    Schöne Bilder und sehr aufschlussreiche Infos, wie das Leben da drüben so aussieht!
    Weiter so!

    Liebe Grüße aus der kalten,nassen Heimat!
    Mandy

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  2. Die Erfahrung hab ich mit Baseball auch gemacht, einfach nicht mein Ding. Da fehlt mir vor allem dieses kleine rote Fenster, das sie im Fernsehen einblenden um nachvollziehen zu können, wann der Ball "out" ist. ;)

    Aber da hat Amerika ja noch viele schöne andere Sportarten in petto. Und mit den Celtics und den Patriots kann ich da auch schon einiges mehr anfangen. ^^

    Schönes Ding, immer wieder eine Freude deinen Blog zu lesen!

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