Montag, 20. September 2010

Cambridge: MIT und Harvard

Die Boat Cruise sollte nur den  Auftakt zu einem erlebnisreichen Wochenende darstellen! Nach einer kurzen Nacht habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, den Tag in Cambridge zu verbringen und endlich einmal die geistigen Zentren Bostons zu besichtigen. Es ist schon etwas eigenartig, aber von meiner Unterkunft aus kann man das MIT schon sehen. Nichtsdestotrotz habe ich erst nach ein paar Wochen die Zeit gefunden, mir die Angelegenheit auch einmal aus der Nähe zu betrachten. 


 Um es vorweg zu nehmen: Viele Vorurteile und Gerüchte sind wahr. Ich habe vielerorts kleine Gruppen mit Frisbees spielen sehen und nahezu jeder auf dem Campus trug mindestens eine Klamotte mit einem Slogan/Motto des MIT drauf. Das wirkt als Außenstehender echt beeindruckend und wäre in Dresden vermutlich undenkbar. Die TU kann allerdings auch nicht mit Publikationen und einer Patentflut von Weltformat aufwarten ;-). In Anbetracht der wissenschaftlichen Bedeutung und der Reputation des MIT wirken die Gebäude nahezu profan:




Ich bin kurze Zeit später buchstäblich vor dem über das MIT-Museum gestolpert. Dort werden aktuelle Projekte und Forschungsschwerpunkte anschaulich und mit einfachen Mitteln erläutert. Dazu gehören u.A. Verhaltens-/Schwarmforschung und regenerative Energien – aber auch so praktische Dinge wie die Entwicklung eines neuen Raumanzuges für Astronauten.


Im Souvenirshop gab es dann noch echte Augenwischer. Wenigstens nehmen sie sich selbst nicht zu ernst ;o).


Mein weiterer Weg am Samstag führte mich dann direkt nach Harvard.


 Um es vorwegzunehmen: Die Studiengebühren liegen zwar mit 50.000 US$ p.a. (+Unterkunft, Verpflegung, Bücher, …) relativ hoch, das Flair am Campus hat jedoch nicht den geringsten Hauch von Snobismus oder Postmoderne. Der komplette Bereich könnte genauso dem Manchesterkapitalismus des letzten Jahrtausends entnommen sein: Roter Brick und ehrwürdige Gemäuer dominieren.




Im Gegensatz zur BU haben sie 'sogar' ein Football-Feld ;)
 

Der Campus selbst war, wie auf den Fotos zu sehen, vornehmlich von Touristen belagert. Studenten machen kleine Führungen und vermitteln Geschichte, Traditionen und Wissenswertes über die Universität. 
Kurze Anekdote zur Hauptbibliothek: Sie umfasst etwa 1,000,000 Bände auf Regalen von 80 km Länge. Werden nichtvorhandene Exemplare benötigt, veranlassen die Bibliothekare kostenfrei die Bestellung. Stellt sich dann heraus, dass von einem 2000-Seiten-Mammut nur 3-4 Seiten benötigt werden, scannen sie den Abschnitt und verschicken ihn einfach als *.pdf. Unkompliziert, schnell und Service auf allerhöchstem Niveau. Denkt dran, wenn ihr das nächste Mal in der Slub Schlange steht um eure Bücher am Automaten auszuleihen. ;-)

Achja. Hätte ich fast vergessen: Neulich gab es mal wieder eine waschechte amerikanische Hausparty mit Jelly Shots, billigem Bier, roten Plastebechern und „Jungle Juice“ (Wodka + Erdbeerlime: Höllisch süß und verdammt heftig). Der Dresscode hieß „Business“ – Blöderweise habe ich aber weder meinen Anzug noch irgendetwas in der Richtung mitgenommen.
Die Party konnte ich mir aber auch nicht entgehen lassen und so habe ich mir zwei Stunden vor der Party in einem 2nd Hand Laden den hässlichsten Anzug meines Lebens (zu breit und IN ROT!!) gekauft. Ein Hemd (zu klein) und eine Krawatte (zu kurz) haben das Bild dann noch vervollständigt. Alles zusammen für nur 13,00 US$.!

Das Resultat seht ihr hier:
Ich bin die Person in der Mitte ^^

1 Kommentar:

  1. Sieht aus als wärst du gerade aus der StraBa in DD gestiegen ;)

    Obwohl man nur ca. 10% des Anzugs sieht, weiß man das er scheiße aussieht.

    Aber scheint ja echt geil zu sein in Boston, was man so liest.

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