So langsam kündigt sich der Winter an. Die Tage werden nasskalt und ich bin mir fast sicher, dass das Thermometer schon ernsthaft mit Minusgraden liebäugelt. Gestern Abend hat es - pünktlich zu einem ausgedehnten Fußmarsch - auch erstmal angefangen ganz sacht zu hageln. Wenn sich der Trend weiter so rasant fortsetzt, kann der Winter hier echt lustig werden.
Zum Glück gibt es noch ab und an Tage wie diesen hier:
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| JA, das sind kurze Hosen! |
Vergangenen Freitag haben uns dann aber weder nasskaltes Wetter, noch der eisige Wind zu schaffen gemacht, denn die Boston Celtics hatten die Chicago Bulls im ausverkauften Stadion zu Gast. Da die Tickets einigermaßen kostspielig sind und es ungefähr 40 verschiedene Blocks, hunderte Anbieter und zahllose Sonderkonditionen gibt, habe ich mich vor einiger Zeit bereiterklärt mir den ganzen Dschungel näher anzusehen und den Freitag für unsere Truppe von Austauschstudenten zu organisieren, Kartenkauf, Doodle-Abstimmung und endlose Facebook-Dialoge inklusive. An irgendeiner Stelle muss es dann aber offenbar aufgefallen sein, dass ich Deutscher bin.
Nachdem ich nämlich die letzten Informationen zum Spiel, Treffpunkt, Wettquoten, Bahnverbindung, Bierpreise und eine Ankündigung des Veranstalters hinsichtlich eines "Taschenverbots" herausgesucht hatte, hieß es: "[...] gentlemen, gentlewomen, THAT is what you call german efficiency ;). Good job, man hahahaha I [...]".
Naja, ich schätze gelernt ist gelernt. Danke, PAUL. ;o)
Bestens vorbereitet ging es dann also in den TD Garden, der sich im selben Gebäude wie der Zentralbahnhof von Boston befindet. Sehr pendlerfreundlich. Wir hatten vergleichsweise luftige Plätze, da uns der Kompromiss aus Ticketpreis und guter Sicht auf die Empore verfrachtet hat. Im Gegensatz zu anderen Stadien hier ist der Blick von dort aber echt atemberaubend - die Ränge sind unglaublich steil und beim Aufstehen hatte ich mehr als einmal die Sorge, vorn überzukippen und eine Menschenlawine mit mir ins Verderben zu reißen. Also gaaanz langsam einen Fuß vor den Anderen gesetzt und dem Mißgeschick (trotz aller Ablenkungen..) ausgewichen!
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| Verdammt, da war der Zoom zu Ende! |
Das Spiel begann (wie jedes größere Sportevent) mit einer Live-Darbietung der Nationalhymne, frenetischem Jubel und einer echten amerikanischen Heldengeschichte. Letzteres kann man sich wie folgt vorstellen. Junge Familie mit kleinem Baby auf Arm der "Hii, i'm a cute but retarded girl from Ohio"- Mama und einem ziemlich muskulösen
Ex-Marine Mann daneben wird von 20.000 Menschen bejubelt und der Stadionsprecher grölt "Thank you for your service, man". Beim ersten Mal sehr eindrucksvoll, danach und aufgrund der endlosen Wiederholung bei diversen Sportveranstaltungen irgendwann alltäglich.
Hier noch einige weitere Schnappschüsse:
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| da..oben.. vorletzte Reihe.. ^^ |
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| 110:105 nach Overtime! Go Celtics! |
Heiser, Glücklich und um einige Erfahrungen reicher bin ich dann schnellstmöglich zurück gen Campus gezogen. Der nächste Tag warf nämlich schon weit vor dem Morgengrauen lange Schatten voraus...
Danke an Carole und Victor für die Bilder
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