Werfen wir also einen Blick auf das amerikanische College-System. Wie schon angedeutet, bezahlt der durchschnittliche amerikanische Student ohne Stipendium oder grant zwischen 35.000 und 40.000 US$ pro Studienjahr an Gebühren. Was zum Einen sehr positive Auswirkungen auf das Verhältnis von Studenten zu Professoren hat, sorgt zum Anderen auch dafür dass der Student hier eher als "Dienstleistungsempfänger", bzw. "Kunde" gesehen wird als in Deutschland (wo ich eher "notwendiges Übel, das dem Forschungsbetrieb im Wege steht" titeln würde).
Aber auch auf die Ergebnisse der mid-terms hatte dieser Umstand nicht zu leugnende Auswirkungen. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen in Deutschland ist es hier nahezu unmöglich, durch Vorlesungen und Kurse durchzufallen. An einem authentischen Beispiel wird das ganz besonders deutlich:
Ich belege einen Kurs, der an der School of Management zweimal angeboten wird. Beide Lehrveranstaltungen basieren auf derselben Literatur, haben dieselben Termine und sollten demzufolge auch vergleichbare Inhalte haben. Sollten! Diese Kurse werden jedoch von zwei verschiedenen Professoren gehalten. Jetzt ergab es sich, dass die Zwischenprüfung für beide Kurse von ausschließlich einem der beiden Professoren konzipiert wurde. Den Großteil der Themengebiete hatte mein Kurs in der Form nicht besprochen
.
Machen wir es kurz: Bei unter 60% der Punkte ist man durchgefallen und der Durchschnitt in meinem Kurs lag so um die 65%. Nahezu die Hälfte (inklusive mir) wäre durchgerasselt. Die Lösung ist vergleichsweise einfach: Jeder Testteilnehmer meines Kurses bekam 25 Punkte geschenkt... Voila: Schnitt von 90% (entspricht A-). O-Ton Professor "We had one of the best results ever"; Na, wenn das mal keine Leistung ist.
Nebenrechnung: Bricht man die Studiengebühren auf die Kosten pro Vorlesung pro Woche herunter, zahlt JEDER Student hier etwa 400$ je Vorlesung. Wen wundert es jetzt noch, das die Uni bestrebt ist niemanden auf der Strecke zurück zu lassen?
Wie auch immer, meine anderen Prüfungen verliefen zufriedenstellend und momentan sieht es so aus, als würde ich nirgends durchfallen - kann also folglich auch meine Aufenthaltsgenehmigung behalten. Jaaay ;-)
Den Großteil der Woche war ich dann auf der Jagd nach einem Halloween-Kostüm. Sowohl Vielfalt als auch Kreativität der Kostüme lassen keine Wünsche offen und selbst die Drogerien (Walgreens etc.) verkaufen zur Saison Kostüme, Halloween-Süßigkeiten und Dekoartikel. Macht euch einfach selbst ein Bild:
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| Garment District - legendär für seine "dollar per pound" - Aktion. Nimm' es, wieg' es und zahle für das Gewicht. |
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| von Caveman über Wikinger, Harry Potter bis zu Mario&Luigi-Partnerkostümen Es gibt nichts, was es nicht gibt |
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| Manchmal war auch einfach mein Kopf zu groß. Mist! =) |
quote of the week von einer Kommilitonin aus CA: "Kris, people in the states just don't like taking the responsibility for their actions. that's why we sue each other"



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